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Düsseldorf-Benrath: Nur wenig Besucher bei Schützenkirmes​

Schützenfeste in Düsseldorf : Nur wenig Besucher bei Schützenkirmes

Seit Freitag feiern die St.-Cäcilia-Schützen in Benrath ihr Schützenfest. Sogar eine Kirmes gibt es wieder auf dem Schützenplatz. Autoscooter-Betreiber Daniel Spagerer-Nickel ist jedoch enttäuscht über die schlechte Resonanz.

Corona war und ist eine Herausforderung, auch im Brauchtum und Schaustellergewerbe hakt es – obwohl erstmals nach zwei Jahren Pause wieder Schützenfeste samt Kirmes stattfinden können. „Wir freuen uns zwar, dass auflagentechnisch wieder ein normales Programm möglich ist“, sagt die Platzmeisterin und diesjährige Klompenkönigin Diana Brenneke, „allerdings ist es nicht so einfach. Überall herrscht Personalmangel; es gab etliche Ausfälle und Absagen – es ist fast unmöglich, Ersatz zu finden“.

Dabei hat das Schützenfest in Benrath Tradition. Dieses Jahr fand es zum 469. Mal statt. Am Sonntag zogen mehrere hundert Schützen im Spielmannszug und mit Paraden durch die Straßen – doch Zuschauer am Straßenrand fehlten weitestgehend. Auch der Schützenplatz der Schützenbruderschaft St. Cäcilia Benrath wurde anscheinend nur von vereinzelten Besuchern gefunden – dementsprechend herrschte meist gähnende Leere. „Sowas habe ich noch nie erlebt, dass so wenig Leute da sind“, sagt Daniel Spagerer-Nickel vom Schaustellerbetrieb Nickel und Sohn, der mit seinem Autoscooter extra aus Ingelheim angereist ist.

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Die Familie ist bereits in der siebten Generation im Schaustellergewerbe, in der vierten mit einem Autoscooter. „Die Coronazeit haben wir mit Tagesjobs in Freizeitparks, einem Schrottunternehmen und anderem durchgestanden. Aber in diesem Autoscooter steckt unser Herz! Wenn Uropa, Opa und Papa das schon gemacht haben, steckt einem das einfach im Blut“, sagt er mit begeistertem Blick auf sein Fahrgeschäft. Doch der Anblick der leeren Fahrfläche dämpft seine Stimmung erheblich. „Eigentlich sind wir ja froh, dass es wieder los geht, aber wenn die Besucher ausbleiben ist das für uns eine Katastrophe. Wir werden wohl nicht nochmal wiederkommen.“ An der Qualität des Fahrgeschäftes kann es nicht liegen. Jeder, der mit dem Autoscooter fährt, hat ein Grinsen im Gesicht. Da kann Papa seinen sechsjährigen Sohn getrost den ersten Fahrversuch unternehmen lassen. Zum Glück ist das Touchieren eines anderen Wagens sogar erwünscht.

Claudia Förster ist seit 2008 mit ihrer Bude mit Crêpes, Quarkbällchen und anderen Leckereien unterwegs: „Es hätte mehr Werbung gemacht werden können. Aber da die Parade vom Schloss aus losgeht, gehen viele Besucher da hin, würde ich privat auch so machen. Vielleicht sparen auch alle für die große Kirmes auf der Rheinwiese? Wobei das bisher eigentlich nie so war.“ Christiane Aksakal aus Garath ist im Vorbeifahren auf die Kirmes aufmerksam geworden, ihre Favoriten Backfisch, Popcorn und Waffeln sucht sie allerdings vergebens. „Sonst ist hier immer alles voll, ich versteh das gar nicht“, sagt sie.

Wenigstens Pierre Krekel von Gastroleben kann mit seinem Getränkestand bei den Schützen punkten. „Es sind so viele einfach nicht aufgetaucht, am Freitag gab es nicht einmal einen Imbissstand“, berichtet er. Sein Unternehmen, das eigentlich Personal für Events zur Verfügung stellt, hat spontan einen Grill und Grillgut organisiert.

So ist eben Teamwork gefragt. „Wir sind dankbar für die, die gekommen sind“, sagt Diana Brenneke. „Die Corona-Zeit war für viele recht perspektivlos, einige haben ihr Angebot abgebaut, andere versuchen den Neustart. Es ist nicht einfach.“ Die Heimatpflege braucht aktuell keine Spendenaktionen, sondern ganz simple Besuche auf der Kirmes, mit einer Runde Autoscooter, Quarkbällchen und Getränken.