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Düsseldorf-Benrath: Neue Eishalle wird gut angenommen

Nur 150 Gäste erlaubt : Neue Eishalle im Düsseldorfer Süden kommt gut an

Pro Laufzeit dürfen sich wegen Corona derzeit nur 150 Gäste in der Einrichtung in Düsseldorf-Benrath tummeln. Die alte Eishalle ist als Schutz vor Vandalismus und Vermüllung eingezäunt.

So ganz ohne hinzufallen geht das Eislaufen für Olivia noch nicht. Sie ist froh, dass ihr die Eislauflernhilfe Elsa zur Seite steht. Der kleine orangefarbene Plastik-Elch, an deren Geweih man sich festhalten kann, hilft auch der Fünfjährigen bei ihren ersten Schritten auf dem rutschigen Grund. Die Familie ist das erste Mal in der Eishalle an der Kappeler Straße, die seit September in Betrieb ist. Vor Olivias Geburt seien sie öfter in der Eishalle in der Paulsmühle gewesen, erzählt ihre Mutter. Nach einer kurzen Pause auf der Bank neben der Lauffläche will Olivia wieder aufs Eis. Was ihr am besten gefällt? „Das Schlittschuhlaufen“, muss die kleine Benratherin nicht lange überlegen.

Auch Jule (14) und Mara (13) haben an diesem schulfreien Montag den Weg in die Halle gefunden. „Es ist modern hier“, sagt Mara, das gefällt den Freundinnen gut. Aber sie vermissen auch die alte Halle in der Paulsmühle, denn da haben sie einst das Eislaufen gelernt. Die wurde nach einer Laufzeit von mehr als 40 Jahren 2020 geschlossen.

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Der Neubau wurde auf dem freien Grundstück an der Kappeler Straße von der Stadttochter Industrieterrains Düsseldorf-Reisholz (IDR) im Auftrag der Stadt geplant und gebaut, weil die Stadt hofft, dass die Fläche in der Paulsmühle besser vermarktet werden kann. Seit einigen Wochen ist die alte Eishalle, in der sich aktuell ein Corona-Testzentrum befindet, eingezäunt und wird per Bauwatch-Kameras überwacht. Doch nicht, weil der Abriss bald los geht, wie es Eishallenleiterin Anja Mathis erklärt, sondern „um Gebäude und Gelände vor Vandalismus und Vermüllung zu schützen“, bis es einen Plan der Eigentümerin, der Stiftung Schloss und Park Benrath, gibt, was gebaut wird und wer dort baut.

 Die alte Eishalle in der Paulsmühle ist eingezäunt, um sie vor Vandalismus zu schützen.
Die alte Eishalle in der Paulsmühle ist eingezäunt, um sie vor Vandalismus zu schützen. Foto: Andrea Röhrig

Wegen Corona dürfen sich auch in dieser Sportanlage pro Laufzeit nur 150 Gäste unter 2G-plus-Regeln aufhalten. Das weiß der Benrather Michael Marsch aber auch zu schätzen. Mit seinen beiden Kindern ist er derzeit fast zweimal wöchentlich in der Eishalle. Er ist voll des Lobes: „Die Mitarbeiter am Empfang sind sehr nett, aber auch bestimmt, wenn es um die Abstandsregeln geht“, erzählt er. Das Eis sei von hoher Qualität wie auch die Tonanlage. Es sei besonders schön für seine Kinder, zu aktueller Chartmusik laufen zu können. Vergangene Woche seien sie an der Brehmstraße zum Eislaufen gewesen, weil es in Benrath keine freie Eislaufzeit mehr gegeben habe, dort sei es aber viel voller gewesen und man habe auf dem Eis Maske tragen müssen. Das ist in Benrath jedem freigestellt. Einen Verbesserungsvorschlag hat er für Anja Mathis: „Es wäre einfacher, wenn man beim Kauf der Online-Tickets sofort sieht, wann es freie Plätze in einer Eislaufzeit gibt.“ Diesen Tipp will sie an ihr Team weitergeben. Sie ist dankbar für konstruktiven Kritik.

Mit der ersten Saison ist sie trotz der ständig wechselnden Corona-Regeln recht zufrieden: „Im September hatten wir trotz der da schon geltenden Begrenzung von nur 150 Gästen auch im Vergleich zu den Zahlen in der alten Halle einen Rekord-Monat.“ Auch der Oktober sei noch sehr gut gewesen. Im November und Dezember gingen die Zahlen etwas nach unten, weil Tickets nur noch online verkauft wurden und zunächst 3G, dann 2G eingeführt wurde und seit 28. Dezember sogar 2G-plus gilt. Inzwischen geht Anja Mathis davon aus, dass bis zum Saisonende am 8. April die Pandemie noch nicht vorbei sein wird. Sie hofft, dass zum Start der neuen Saison Ende August wieder Normalität einkehren kann.

 Zwischen Eishalle und Parkplatz wird die IDR zusätzlich einen Lagerraum bauen. Noch fehlt aber die Baugenehmigung.
Zwischen Eishalle und Parkplatz wird die IDR zusätzlich einen Lagerraum bauen. Noch fehlt aber die Baugenehmigung. Foto: Andrea Röhrig

Dann ist wohl auch die benachbarte Hauptschule in ihren Neubau an die Melanchtonstraße zurückgezogen, und der Weg wäre frei für den Abriss des ehemaligen Bürogebäudes. Dort sollen Parkplätze entstehen und die Halle zur Straße hin besser sichtbar machen. Zudem wartet die Eishallen-Leiterin auf den Bau einer Lagerhalle neben der jetzigen Parkfläche durch die IDR. Die Bezirksvertretung 9 hatte in ihrer Sitzung im September 2021 die dafür notwendigen Befreiungen erteilt. Allerdings soll die Erteilung der Baugenehmigung noch ausstehen. Und erst wenn das alles fertig ist, kann sich Anja Mathis Gedanken darüber machen, wie man die Eishalle mit einem anderen Boden im Sommer bespielen kann. Ideen hat sie viele.