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Düsseldorf-Benrath: Kostenexplosion bei Straßenbauprojekt

Straßentieferlegung in Düsseldorf-Benrath : Kostenexplosion bei Straßenbauprojekt

Statt 7,4 Millionen Euro soll die Tieferlegung der Bamberger Straße nun über elf Millionen Euro kosten. Hintergrund ist auch der enge Zeitplan. Bis Ende 2020 muss der Umbau erfolgt sein. Andernfalls bekommt der Kranhersteller Konecranes ein Problem.

Ende 2018 beschlossen die Mitglieder des Stadtrates die Tieferlegung der Bamberger Straße für rund 7,4 Millionen Euro. In der heutigen Sitzung soll die Politik nun weitere 3,6 Millionen Euro für das Straßenbauprojekt bereitstellen. Hintergrund ist, dass der einzige im Wettbewerb verbliebene Bieter ein viel höheres Angebot vorgelegt hat, als die Fachverwaltung veranschlagt hatte.

Besagte Unterführung führt in Benrath an einem neuralgischen Punkt unter der Eisenbahn her. Für den Schwerlastverkehr ist sie wegen ihrer geringen Höhe nicht nutzbar. Derzeit läuft es deswegen so, dass der Kranhersteller Konecranes seine Güter nachts oberirdisch über die Gleise führt, um sie von Benrath aus zum Reisholzer Hafen zu bringen. Dafür werden die Oberleitungen für die Eisenbahn angehoben. Das wird nicht mehr möglich sein, wenn der Ausbau des Schienennetzes für den Schnellzug RRX beginnt.

Ausführlich erläutert die Stadtverwaltung die Gründe für die Kostenexplosion. Unter anderem wird aufgeführt, dass laut Bieter die einzubauenden Spundwände und das Herstellen der Schweißnähte mit äußerster Sensibilität und einem maximalen Maß an Überwachung durchzuführen seien. Eine weitere Kostensteigerung ergibt sich laut Stadt auch daraus, dass durch die begrenzte Arbeitshöhe nur spezielle Maschinen verwendet werden können, die zudem häufig umgesetzt werden müssten.

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Ebenfalls zur immensen Kostensteigerung trägt bei, dass aufgrund der kurzen Bauzeit von 16 Monaten – der Baubeginn wird sich nun auf November/Dezember verschieben – eine viel größere Zahl von Baugeräten und Arbeitsmitteln (wie Schalttafeln) gleichzeitig eingesetzt werden muss. Die Aufrechterhaltung des Fuß- und Radweges verursacht weitere Kosten. Aber der einzige im Rennen verbliebene Bieter hat nicht nur Punkte aufgeführt, die die Umsetzung um rund 4,7 Millionen Euro teurer machen, sondern auch Einsparpotenziale in Höhe von rund einer Million aufgeführt. Das summiert sich dann zusammen auf die 3,6 Millionen Euro Mehrkosten.

Das alles hat das Fachamt zu der Feststellung bewogen, dass der Bieter „nachvollziehbar und plausibel“ darlegen konnte, warum die Umsetzung teurer wird als geplant. Eine Neuausschreibung des Projektes kommt aus Sicht der Verwaltung nicht in Frage. Die Firma Konecranes beteiligt sich nach wie vor mit 3,3 Millionen Euro an dem Straßenbauprojekt. Wenn bis zum 1. Januar 2021 die Unterführung nicht entsprechend vertieft ist, verliert das Unternehmen seine einzige Möglichkeit, seine Kranteile zum Reisholzer Hafen zu bringen. Die Bahn hat laut Stadt bislang keine Bereitschaft signalisiert, die derzeit bestehende Option des Transportes über die Gleise zu verlängern, heißt es in der Vorlage der Verwaltung an die Politik. Die Stadt hofft bei der Finanzierung des Projektes auf Fördermittel vom Land.