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Düsseldorf Benrath: Kinder machen Tierskulpturen selbst

Benrather Schloss : Wie Kinder Tiere sehen

Im Naturkundemuseum haben Kinder ihre eigenen Tierfiguren angefertigt. Als Vorbild dienten die Skulpturen des Düsseldorfer Künstlers Josef Pallenberg, die im Museum in einer Dauerausstellung zu sehen sind.

Über 50 Tierskulpturen des Düsseldorfer Künstlers Josef Pallenberg sind aktuell in der Dauerausstellung im ersten Stock des Naturkundemuseums im Benrather Schloss zu sehen — ab September kommen zwölf weitere Figuren hinzu. Die neuen Kunstobjekte stammen aber nicht etwa von Pallenberg, sondern von Kindern, die in den vergangenen beiden Tagen selbst zu jungen Künstlern geworden sind: In einem vom Museum angebotenen Sommerferien-Kursus haben sie ihre eigenen Skulpturen angefertigt.

Einer der Kunstschaffenden ist Philipp (8). In zwei Tagen hat er unter anderem eine Tierfigur aus Knete nach seiner Vorstellung selbst geformt, ein Halb-Relief (Abdruck einer Figur auf Lehm) angefertigt und tierische Gips-Figuren angemalt, so dass sie wie aus Bronze gemacht aussehen. Seine Knetfigur sei eine Spinne, verrät er, einfach weil er Spinnen mag. „Zuerst habe ich zwei Kreise für den Kopf und den Hinterleib gemacht. Als Letztes habe ich die Beine aus Knete-Würsten gemacht“, erklärt er.

Der Grund für seine genaue Arbeit: Philipp sieht sich Spinnen gerne genauer an. Einmal hatte er sogar eine Vogelspinne auf dem Arm. Das Tier hat er also hautnah erlebt — so konnte er die Einzelheiten seines Körperbaus gut in Erinnerung behalten. Und so hat es auch der 1946 verstorbene Josef  Pallenberg gemacht: Um seine Skulpturen möglichst realistisch und lebendig zu gestalten, hat der Künstler die Tiere genauestens studiert. Seine Skulpturen beruhen nicht nur auf zoologischen Studien, Verhaltensforschung sowie Filmen und Fotos, sondern vor allem auf seiner eigenen Beobachtung. Dazu hat er nicht nur viel Zeit in Zoos verbracht, sondern zeitweise sogar sein Atelier mit Tieren wie Löwen oder Bären geteilt.

Dass die Kinder die Arbeitsschritte Pallenbergs im Kursus nachempfinden, war den Museumspädagoginnen Sabine Klaucke, Irmtrude Peters und Jennifer Geier bei der Erstellung des Konzepts besonders wichtig. Neben den einzelnen Arbeits-Stationen gab es deswegen auch eine Führung durch die Dauerausstellung. „So können die Kinder Pallenbergs Arbeitsweise nachvollziehen“, erklärt Klaucke.

Von September bis Anfang Dezember werden dann sowohl die bemalten kleinen Gipsfiguren auf selbstgemachten Sockeln als auch die bronzefarbenen Halbreliefs der Kinder im Erdgeschoss des Museums ausgestellt. Danach dürfen die Arbeiten mit nach Hause genommen werden. Spaß hat es sowohl den Organisatorinnen als auch den Kindern gemacht. „Ich fand den Kursus sehr schön“, erzählt Paula (9), „ich war auch schon öfter im Schloss und im Museum und ich finde die Themen immer super.“ Auch Alexander (10) hat es Spaß gemacht. „Weil man was dabei lernt“, begründet er sein Fazit. Zuletzt ist auch Irmtrude Peters mehr als zufrieden mit ihrem Kursus: „Die Kinder waren immer sehr konzentriert und haben gut zugehört. Und ich denke die Ergebnisse sprechen für sich“, sagt sie lächelnd.