Düsseldorf-Benrath: Fernwärmearbeiten sind gestartet

Projekt der Stadtwerke Düsseldorf zum Klimaschutz : Fernwärmeausbau ist gestartet

Seit Montag wird in Benrath-Mitte gearbeitet. Die Stadtwerke wollen ihre Fernwärmestrategie für Benrath überprüfen.

Die Stadt Düsseldorf hat sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2035 klimaneutral zu werden. Ein Baustein, um das zu erreichen, ist der Ausbau des Fernwärmenetzes. Das geht nur mit Hilfe der Düsseldorfer Stadtwerke, die dafür seit 2018 jährlich eine zweistellige Millionen-Summe in den Ausbau ihrer Wärmeleitungen investieren.

Am vergangenen Montag haben in Benrath weitere Anschlussarbeiten an das Heizkraftwerk in Garath begonnen. Ein für Mitte November von der Netzgesellschaft terminierter Info-Termin für Anlieger hatte dem Betreiber viel Kritik eingebracht. Denn einerseits werben die Stadtwerke damit, dass sich auch Privatkunden anschließen lassen können, andererseits sind zwischen Information und Baubeginn gerademal zwei Monate vergangenen. Auf Anfrage heißt es von den Stadtwerken, dass es ein paar wenige interessierte Nachfragen im Anschluss an den Informationsabend gab und diese eher allgemeiner Natur gewesen seien. Vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussionen zum Klimanotstand überprüfen die Stadtwerke derzeit auch die Fernwärme-Strategie in Benrath und damit verbunden auch die Anschlüsse weiterer Kunden, heißt es in der Antwort weiter.

Die im vergangenen Jahr von Garath aus gelegten Leitungen bis in die Paulsmühle sollen in einem nächsten Schritt nun bis an die Schulen an der Hospitalstraße und Melanchtonstraße verlängert werden. Dafür müssen die Bauarbeiter sich aber einmal durch die Fußgängerzone von der Urdenbacher Allee aus bis zum Marktplatz und über diesen in die Görresstraße, Benodestraße und Hospitalstraße arbeiten. Dort soll der Schulkomplex mit Gymnasium und Realschule angeschlossen werden sowie die im Bau befindliche Hauptschule. Da diese zum Schuljahresbeginn 2021/2022 den Betrieb aufnimmt, ist der Endpunkt festgelegt. In zwei Schritten erfolgen die Arbeiten in der Benrather Mitte. Seit Montag wird aktuell an zwei Punkten in der Fußgängerzone gearbeitet. Weil die Netzgesellschaft noch auf Genehmigungen warten musste, lag der Beginn eine Woche später als geplant. Bis zum Maimarkt der Aktionsgemeinschaft soll der erste Bauabschnitt fertig sein. Wenn jetzt nicht noch ein langer und harter Winter kommt, kann der Termin gehalten werden. Wie von der Netzgesellschaft zugesagt, sind die Haus- sowie Geschäftseingänge zugänglich.

In Benrath sollen in einem späteren Schritt das neue Hallenbad, das Neubaugebiet auf dem alten Krankenhausgelände und die beiden vor der Sanierung stehenden Grundschulen an der Erich-Müller-Straße an die Fernwärme angebunden werden.

Auf der Internetseite der Stadtwerke gibt es Informationen für Privatkunden. Dort heißt es,dass ein Mitarbeiter der Stadtwerke Interessenten vor Ort berät. Daraufhin soll ein verbindliches Angebot für einen Fernwärmeanschluss sowie die Versorgung mit Fernwärme erstellt werden, das beinhaltet die Kosten für die Verlegung der Anschlussleitungen bis in das Gebäude. Das Garather Heizkraftwerk produziert die durch die Leitungen verschickte Wärme nach Stadtwerkeangaben zu über 50 Prozent aus Holzhackschnitzeln oder -pellets, der Rest wird mit Erdgas gewonnen.

2018 gab es rund 6000 Anschlusspunkte und 6000 Zähler. Da hinter den Zählern zum Teil Wohnungsbaugesellschaften, Firmen und öffentliche Gebäude stehen, lässt sich eine exakte Personenzahl, die aktuell mit Fernwärme versorgt wird, nicht beziffern. Die bisherigen Planungen der Stadtwerke sehen grundsätzlich einen Zuwachs von 15 Gigawattstunden pro Jahr vor. Dies führt zu einem planerischen Anstieg des Marktanteils auf etwa 28 Prozent im Jahr 2030. Der Rest entfällt dieser Planung nach auf Gas und Öl. Aktuell betreibt die Stadtwerke-Tochter Netzgesellschaft in der Landehauptstadt ein zirka 215 Kilometer langes Fernwärmenetze in den vier Netzbereichen Innenstadt, Garath, Linksrheinisch und Einbrungen.