Statdteilzentrum Benrath : Eisdiele Nummer sechs

Konkurrenz hält Natalie und Tim Seidel nicht davon ab, die „Gefrorene Freude“ an der Börchemstraße zu eröffnen.

Innenstädte wandeln sich: Vor allem die Stadtteilzentren haben es in Zeiten des immer weiter wachsenden Internethandels schwer. Alleine in Benrath schließen mit dem Goldhaus Edeler und dem Modegeschäft Barbara Broich in Kürze zwei inhabergeführte Läden. Aber inzwischen ist ein Wandel bei Neuvermietungen zu beobachten: Weg von der Ware hin zur Dienstleistung. An die Cäcilienstraße ist ein weiterer Immobilienmakler gezogen. In das Lokal, in dem kurzzeitig Blumen mal anders war, der zweite Tätowiershop.

Und vor allem scheint auch der Trend in Benrath zu gastronomischen Angeboten zu gehen. Das Café Röstzeit in der Fußgängerzone zog in einen ehemaligen Friseursalon ein. Trotzdem gibt es rund um Hauptstraße und Markt ein breites Angebot zum Haareschneiden.

Hätten technische Probleme nicht für eine Verschiebung der Eröffnung der „Gefrorenen Liebe“ gesorgt, hätten Natalie Seidel und ihr Mann Tim am vergangenen Wochenende an der Börchemstraße Benraths sechstes Eiscafé eröffnet, wenn man das Angebot von Yomaro mit seinem gefrorenen Joghurt als Eis mitzählt. Im Vergleich: Oberkassel hat zwar mit seinen rund 14.600 Einwohnern rund 400 Menschen weniger, aber auch nur drei Eisdielen.

Doch Natalie und Tim Seidel, die seit diesem Frühjahr in der Monheimer Altstadt die „Milchbar“ betreiben, sind davon überzeugt, dass ihr Konzept aufgehen wird. Sie setzen bei der Herstellung ihrer Sorten im Eislabor in Monheim auf natürliche Zutaten ohne Aromastoffe, frische Früchte, aber wenig Zucker und Fett. „Wir verwenden keine Eismischung“, sagt die 30-Jährige. Deswegen kostet ein Bällchen auch 1,30 Euro. Ihre Kreativität lebt die Mutter von drei kleinen Kindern im Eislabor aus. Dabei kommen dann Sorten wie Weiße Schokolade mit Marzipan oder Schwarzer Sesam heraus. Am vergangenen Wochenende war ein so genanntes Softopening geplant, um zu schauen, wie es läuft. Einen neuen Termin gibt es aktuell nicht.

Zufällig sind die beiden auf das leerstehende Geschäft aufmerksam geworden, dort war bis Sommer noch der Blumenladen „Flowers and Emotion“. „Wir kennen den neuen Eigentümer des Hauses und haben dann sofort zugeschlagen, weil uns das Ladenlokal so gut gefiel“, sagt Natalie Seidel. Zudem sei ihr Traum immer schon gewesen, eine Eisdiele in Benrath zu öffnen. Hier ist sie nämlich schon in die Schule gegangen.

Auch wenn die Eröffnung noch nicht geklappt hat, hat das Paar schon Ideen für den Sommer. Zu dem Geschäft gehört auch ein kleiner Innenhof, der hinter einer Einfahrt an der Görresstraße liegt. Dort sollen Kunden bei schönem Wetter dann die Möglichkeit haben, das Eis, das es auf die Hand gibt, im Sitzen zu essen.

Vor dem Eiscafé in Schlossnähe sind im Sommer oft lange Schlangen. Foto: Andrea Röhrig
Am Ende der Hauptstraße liegt das Eiscafé Tuga. Foto: Andrea Röhrig
Bei Yomaro in der Fußgängerzone gibt es gefrorenen Joghurt. Foto: Andrea Röhrig
Zweitjüngster Neuzugang: Das Eiscafé La Crema in der Fußgängerzone. Foto: Andrea Röhrig
Ist schon seit 1982 in Benrath: Das Eiscafé Baldini (früher Corradini). Foto: Andrea Röhrig

Melina Schwanke, Vorsitzende der Aktionsgemeinschaft Benrath, freut sich über die in den vergangenen Monaten gestiegene Aufenthaltsqualität im Herzen Benraths. „Aber wir müssen natürlich auf eine vernünftige Durchmischung des Angebots achten.“ Der Kunde müsse weiterhin in der Einkaufsmeile alles bekommen können. Das sei noch gegeben. Dass die Händler nach wie vor an Benrath glauben, zeigt Birgit Nierenberger von b.wundert, die Anfang September an der Görresstraße den Shop b.zaubernd mit schöner Unterwäsche eröffnet hat.

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