Düsseldorf-Benrath: Besucher wollen ihre „alte“ Eishalle behalten

Düsseldorf-Benrath : Besucher wollen ihre „alte“ Eishalle behalten

Während die Stadt einen Neubau an anderer Stelle favorisiert, sind sich die Eisläufer einig: Die Halle soll an der Paulsmühlenstraße in Düsseldorf-Benrath bleiben.

Es ist eine ganz normale Laufzeit am Sonntagvormittag in der Eislaufhalle an der Paulsmühlenstraße. Aus den Lautsprechern klingen aktuelle Popsongs, Kinder machen erste wackelige Schritte auf dem Eis oder laufen schon gekonnte ihre Runden.

Doch die Stimmung ist nicht so ausgelassen wie sonst und viele Besucher beschäftigt das gleiche Thema: die bevorstehende Schließung der Sparkassen Eissporthalle. Denn wie es mit der 40 Jahre alten Halle weiter gehen soll, entscheidet die Politik am Mittwoch in einer nichtöffentlichen Sitzung. Die Stimmung bei den Eisläufern: viel Unverständnis, Bedauern und Wut.

„Die Halle hier in Benrath hat einfach eine besondere Stimmung, die man sonst nirgendwo findet“, sagt Elena Zhelikhovskaya. Die 44-jährige Benratherin frönt seit ihrem vierten Lebensjahr dem Eissport und ist Leiterin der Eislauf-AG an der St. Apollinaris Grundschule in Himmelgeist. „Die Halle hier wird von Familien, Kindern und Schulen genutzt, aber keiner fragt uns, was wir von den Plänen halten. Ich würde mir wünschen, dass wir mitentscheiden dürfen.“

Die mögliche Entscheidung der Stadt, die Eissporthalle zu schließen, macht Zhelikhovskaya, sauer. „Wo sollen denn die Jugendlichen hin, wenn die Halle zu ist? Dann braucht sich keiner zu wundern, wenn die Blödsinn machen.“ Auch die Aussicht einer neuen Eissporthalle an der Kappeler Straße stimmt sie wenig versöhnlich. „Die Kappeler Straße ist viel schlechter zu erreichen und alle, die kein Auto haben, werden benachteiligt.“

Familie Nölke aus Monheim würde einen Wegfall der Eishalle im Düsseldorfer Süden bedauern. „Ich bin schon selbst als Kind hier Schlittschuh gelaufen und fände es sehr schade“, sagt Simone Nölke, die mit Mann Markus Tochter Lara (5) gerade das Eislaufen beibringen: „Ein nahtloser Übergang mit einer neuen modernen Halle wäre für uns aber auch in Ordnung.“

„Wenn etwas Gescheites da ist, wird es immer geschlossen“, urteilt Helena Sedalk, die mit ihren 71 Jahren eine der ältesten Nutzerinnen der Halle ist. „Ich bin schon mit meinen Kindern und Enkelkindern hierher gekommen und wäre sehr traurig, wenn es die Halle nicht mehr gibt.“ Eine Investition von Seiten der Stadt in den Standort Paulsmühlenstraße, wäre in Sedalks Augen, sinnvoll ausgegebenes Geld. „Ich würde sogar sammeln gehen“, sagt sie mit einem Lachen und bringt damit zum Ausdruck, wie sehr ihr die Halle am Herzen liegt.

„Die Leute haben nicht alle Tassen im Schrank! Sie wissen ja vorher, wo sie hinziehen“, sagt Britta Windmüller, die schon als Kind hier war, und spielt damit auf das Argument Lärmschutz der Anwohner an. Vom Plan eines Neubaus hält sie nichts. „Muss das denn sein, auch mit Blick auf die Kosten. Hier ist doch alles gut.“

Auch Ivan Ilnitskiy, Vater von drei Kindern, teilt die Meinung der Mehrheit. „Ich fände es schlimm, wenn die Halle schließt. Wir kommen regelmäßig her und jetzt sogar noch ein wenig öfter.“ Die Kappeler Straße ist für den Vater keine zufriedenstellende Alternative. „Renovieren und hierbleiben, denn die Halle ist viel besser zu erreichen.“

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