Düsseldorf-Benrath: Awo eröffnet „Lieb &Wert“ im Bürgerhaus

Im Bürgerhaus Benrath : Awo eröffnet „Lieb & Wert“ im Bürgerhaus

Die Second-Hand-Boutique, in der es Kleidung und Hausrat gibt, ist immer donnerstags von 14.30 bis 17 Uhr für jedermann geöffnet.

Akkurat aufgereiht liegen Männer-, Frauen- und Kinderhosen in den Regalen. Blusen und Hemden hängen am Ständer. Das Ehrenamtler-Team mit Stephan Siebert-Hentschel, Elena Shmukler, Yulia Stoganova und Mohamed Alaa Sar Sar hat im Vorfeld zur Eröffnung von „Lieb & Wert“, der neuen Second-Hand-Boutique im Bürgerhaus Benrath für Kleidung und Hausrat, ganze Arbeit geleistet. Der Raum wurde komplett renoviert und neu eingerichtet. Und schon zur Eröffnung in dieser Woche gingen die ersten Stücke über die Theke. Ein guter Auftakt. Darüber freut sich auch Fanny Köhler, die seit Januar 2017 für die Arbeiterwohlfahrt die Flüchtlingsanlaufstelle „Welcome Point“ im Bürgerhaus leitet.

Entwickelt hat sich das Angebot aus einer am gleichen Ort angesiedelten Kleiderkammer für Flüchtlinge. „Die hatten Ehrenamtler aus der Nachbarschaft über einige Jahre betrieben“, erläutert Köhler. Vor allem in der Hochzeit der zugewiesenen Menschen war das Angebot stark nachgefragt. Doch als zuletzt immer weniger Bedürftige kamen, wurde es Ende 2018 beendet. Weil immer noch ein Grundstock an Spenden vorhanden war, überlegten Köhler und ihre Mitstreiter von der Awo, was man mit diesen machen könne. Die erste Überlegung war eine Art Givebox, aus der jeder kostenfrei Sachen entnehmen kann und selber Dinge, die er nicht mehr benötigt, hineinlegen und damit verschenken kann.

Doch dann trennte man sich von der Vorstellung der kostenlosen Abgabe von Dingen. „Der Gedanke hinter unserer Second-Hand-Boutique ist, dass man keine Almosen bekommt, für die man sich bedanken muss, sondern etwas kaufen kann. Damit ist man Kunde und der ist ja bekanntlich König“, beschreibt Fanny Köhler die Idee hinter „Lieb & Wert“. Dabei gehe es aber nicht darum, die Spenden für möglichst teuer Geld zu verkaufen. Für ein paar Euro lässt sich manches Schnäppchen machen. Aber nicht nur Bedürftige sollen in der Boutique einkaufen kommen; jeder ist eingeladen, in den Regalen zu stöbern. Es soll niemand ausgegrenzt werden.

Seit März hat sich Stephan Siebert-Hentschel um den Aufbau der Second-Hand-Boutique gekümmert. Er hat mit Elena Shmukler und Yulia Stoganova zwei Helferinnen werben können, die er aus anderen ehrenamtlichen Engagements kennt. Mohamed Alaa Sar Sar stammt ursprünglich aus Syrien und ist erst vor rund zwei Wochen zum Team dazugestoßen. „Wir verstehen uns alle gut. Und ich finde es toll, dass wir zwei Männer und zwei Frauen sind“, sagt Siebert-Hentschel.

Jeweils donnerstags von 14.30 bis 17 Uhr hat der Laden im ersten Stock geöffnet. Einziger Negativpunkt: Der Raum im ersten Stock ist nicht barrierefrei zu erreichen. Immer dienstags zwischen 14 und 16 Uhr räumt das Team die Waren auf und sortiert neue Sachen ein. Dann können – wie am Donnerstagnachmittag zur Öffnungszeit – auch Spenden abgegeben werden: Gut erhaltene Kinder-, Frauen-, und Männerkleidung, Accessoires, Spielsachen und Hausrat. Auch ehrenamtliche Helfer sucht das Projekt noch. Denn Fanny Köhler hat schon eine Ausweitung der Öffnungszeiten im Hinterkopf: „Es wäre toll, wenn das Angebot gut angenommen würde.“