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Düsseldorf: Attraktivierung des Rheinufers von Himmelgeist bis Urdenbach

Jahresplanung für den Stadtbezirk 9 : Ärger über Stillstand beim Lieblingsprojekt

Bezirksbürgermeister Karl-Heinz Graf wünscht sich die Attraktivierung des Rheinufers von Himmelgeist bis Urdenbach. Da der Reisholzer Hafen nun nicht mehr größer ausgebaut werden soll, kann auch das Ufer dort einbezogen werden.

Karl-Heinz Graf ist in Sachen Kommunalpolitik ein alter Hase. Bei der Kommunalwahl 2014 wurde er von der Bezirksvertretung 9 zum neuen Bezirksbürgermeister für den großen Stadtbezirk 9 gewählt. Der kümmert sich um die Belange der Bürger aus den Stadtteilen Wersten, Holthausen, Himmelgeist, Itter, Reisholz, Hassels, Benrath und Urdenbach. Und auch nach der Kommunalwahl 2020 wählte ihn das neu zusammengesetzte Gremium an seine Spitze. Ein gutes Jahr ist er nun in der neuen Legislaturperiode im Amt, und auch das lief im Corona-Modus. Stand jetzt will der CDU-Mann die gesamte Wahlperiode bis September 2025 durchziehen.

Anders als andere politische Sitzungen soll die der BV 9 am kommenden Freitag, 28. Januar, aber nicht wegen der hohen Infektionszahlen abgesagt werden. Zu viele Punkte stehen auf der Tagesordnung. Graf: „Und im Februar kommen wir turnusmäßig gar nicht zusammen, erst im März wieder.“ Nichts hasst der CDU-Mann mehr als den Stillstand. Und davon gab es in den vergangenen Jahren im Süden der Stadt genug – nicht alles ist Corona und der dadurch erschwerten Kommunikation mit den Ämtern oder den Politikern untereinander geschuldet. Wie die geplante Wohnbebauung auf der ehemaligen Nirosta-Brache an der Hildener Straße. Der Baubeginn steht in den Sternen, vor allem weil die Lage des Investors unklar ist. Und bevor dieser nicht mit dem Wohnungsbau auf seinen Düsseldorfer Gebieten beginnt, auf denen schon Baurecht besteht, will die Verwaltung keinen Bebauungsplan aufstellen, um das Gelände nicht wertvoller zu machen.

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Einen Stillstand gibt es derzeit auch bei Grafs erklärtem Lieblingsprojekt, das ihn wie kein zweites interessiert: Der Attraktivierung des Rheinufers, das sich entlang seines Stadtbezirks von Himmelgeist bis Urdenbach zieht. Auf dieser Strecke liegen zwei Projekte, deren Umsetzung elementar für die weitere Gestaltung sind. Das ist zuvorderst der Reisholzer Hafen und dessen geplanter Um- und Ausbau.

Der Hafenentwicklungsgesellschaft liegt die Machbarkeitsstudie inzwischen als internes Papier vor. Aus sicherer Quelle hat Karl-Heinz Graf erfahren, dass es keinen neuen Bebauungsplan für das Hafengebiet geben wird: „Der Hafen soll nur noch innerhalb seiner jetzigen Grenzen ausgebaut werden.“ Und wegen der ungewissen wirtschaftlichen Zukunft in Bezug auf die Pandemie wird wohl auch dieser Ausbau erst einmal zurückgestellt werden. „Damit ist aus meiner Sicht auch das von vielen Bürgern abgelehnte Containerterminal vom Tisch“, sagt Graf, der zudem davon ausgeht, dass man nun auch kein Moderationsverfahren zwischen der Bürgerinitiative Hafenalarm, der Hafengesellschaft und der Stadtverwaltung mehr benötigt.

Der CDU-Politiker wünscht sich stattdessen den Ausbau des Hafens in einen Ort, in dem neben den jetzt schon angesiedelten Gewerbebetrieben auch Kultur – über das jetzige Angebot hinaus – und Freizeitthemen zu Hause sind. Im Visier hat er als Kulturhaus die unter Denkmalschutz stehende alte Getreidemühle, die der Stadttochter Industrieterrains Düsseldorf-Reisholz gehört. Auch ein bisschen Wohnbebauung kann er sich vorstellen. Wo und wie das realisiert werden könnte, will er den Fachleuten überlassen.

In Benrath am Rheinufer geht es mit dem Um- und Ausbau der Promenade auch deshalb nicht voran, weil der Bergisch-Rheinische-Wasserverband noch immer keine Planung für die neue Itter-Mündung in den Rhein vorgelegt habe, sagt Graf. Dabei ist der Verband nach eigenen Angaben aus dem vergangenen Sommer noch weit entfernt von einer Ausführungsplanung. Ein Zeitplan konnte damals nicht genannt werden.

Seit im Dezember 2019 in der Sitzung der Bezirksvertretung die Machbarkeitsstudie eines externen Büros für die Umgestaltung des Benrather Rheinufers vorgestellt wurde, ist hier rein gar nichts passiert. Graf: „Ich sehe die Attraktivierung des Rheinufers im Stadtbezirksgebiet als ein Leuchtturmprojekt für den Düsseldorfer Süden.“ Jeder Euro sei hier gut angelegtes Geld.

Ein wenig voran scheint es jedoch bei einer anderen Dauerbaustelle zu gehen: Dem Kinderbauernhof im Gutshof Niederheid. Das Anwesen ist stark sanierungsbedürftig, darum hatte sich die Stadt eigentlich schon 2016 entschlossen, einen Investor zu finden, der dafür sorgen sollte, dass Pächterin Christina Tschorn mit ihrem Angebot, unter anderem dem Therapeutischen Reiten für Kinder mit Auffälligkeiten, weitermachen kann. Doch die Ausschreibung ergab kein Ergebnis, mit dem die Stadt zufrieden war. Inzwischen hat sich die Verwaltung dazu entschieden, für die Politik drei Varianten zu entwerfen: Variante eins beinhaltet die Durchführung der vollständigen erforderlichen Sanierungsmaßnahmen unter Fortführung der heutigen Nutzung, Variante zwei nur die notwendigen Maßnahmen in Form von Teilsanierungen ebenfalls unter Fortführung der heutigen Nutzung und Variante drei den erneuten Versuch, mit geänderten Rahmenbedingungen Investoren auf Basis Erbpacht zu finden. Eigentlich sollte der Grundsatzbeschluss von der Politik Ende 2021 gefasst werden, jetzt ist dafür der Sitzungsumlauf im März vorgesehen.

Bei allem Stillstand bei Projekten können in diesem Jahr aber auch zwei Eröffnungen gefeiert werden: Zum einen der Einzug der Benrather Hauptschule in ihren schmucken Neubau an der Melanchtonstraße und die Fertigstellung des neuen Kombi-Bades.