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Düsseldorf: Abschied von der Benrather Händlergemeinschaft AGB

Interview Melina Schwanke : Abschied von der Händlergemeinschaft

Seit 2016 führt die 44-jährige die Benrather Händlergemeinschaft. Zum März 2023 ist nun Schluss. Unter anderem will sie sich auch um ihre weitere politische Laufbahn bei der CDU kümmern.

Im März 2016 übernahm Melina Schwanke den Vorsitz der Händlergemeinschaft Aktionsgemeinschaft Benrath (AGB). Bis Frühjahr 2023 will sie den Job noch machen und dann andere Prioritäten im Leben setzen. Im Gespräch erzählt die 44-Jährige, wie es mit der AGB und ihr weitergeht.

Frau Schwanke, Sie sind damals mit viel Elan in den Job eingestiegen...

Melina Schwanke Ich versuche alles, was ich mache, zu 100 Prozent zu machen – oder ich lasse es.

Dabei ist ihr Job als AGB-Vorsitzende doch eigentlich auf 20 Wochenstunden begrenzt.

Schwanke Hinzu kommen etliche ehrenamtlich von mir geleistete Stunden. Wie gesagt, wenn ich etwas mache, dann richtig.

Auf der jüngsten Mitgliederversammlung haben Sie mitgeteilt, dass Sie sich 2023 nicht mehr zur Wiederwahl stellen werden.

Schwanke Das ist richtig. Wegen Corona haben wir ja aktuell nur einen teil-kommissarischen Vorstand, da die Mitgliederversammlungen 2020 und 2021 pandemiebedingt ausgefallen sind. In der Zeit ist auch mein Wunsch entstanden, den Vorsitz abzugeben.

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Warum?

Schwanke Ich habe das Gefühl, dass ich in den vergangenen sechs Jahren viele Weichen gestellt und vieles angestoßen und versucht habe, umzusetzen. Ich bin an dem Punkt, dass ich denke, es wäre jetzt ein guter Zeitpunkt, bei der AGB aufzuhören und andere Prioritäten zu setzen.

Welche wären das?

Schwanke An erster Stelle kommen künftig meine Familie mit Mann und Tochter. Aber auch mein ehrenamtliches politisches Engagement bei der CDU, das sich mit dem AGB-Job aus meiner Sicht inzwischen nicht mehr vereinbaren lässt.

Als sie 2016 als AGB-Vorsitzende gewählt wurden, saßen Sie doch schon zwei Jahre für die CDU in der zuständigen Bezirksvertretung 9.

Schwanke Damals war ich aber einfaches Mitglied in der BV. Wenn ich als Vorsitzende der AGB Bitten an die BV herangetragen habe, dann habe ich mich in meiner politischen Funktion aus der Diskussion und der Abstimmung herausgehalten.

Und was hat sich jetzt geändert?

Schwanke Seit der Kommunalwahl 2020 bin ich stellvertretende Fraktionsvorsitzende und vertrete damit nun den gesamten Stadtbezirk, zu dem neben Benrath und Urdenbach auch Wersten, Hassels, Holthausen, Himmelgeist, Itter und Reisholz gehören. Das passt aus meiner Sicht nun nicht mehr mit dem AGB-Vorsitz. Als diese hatte ich immer vor allem den Stadtteil Benrath im Blick, das steht ja auch in der Satzung.

Warum gehen Sie dann erst 2023?

Schwanke Ich wollte den Verband nicht mitten während Corona ohne Vorsitzende dastehen lassen. Das hätte ich nicht in Ordnung gefunden. So kann jetzt in Ruhe ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin gesucht werden.

Derzeit lösen Sie gerade den AGB-Shop an der Sistenichstraße auf.

Schwanke Das ist richtig. Als Corona kam, war der viel zu klein, um dort noch mit Bürgern ins Gespräch zu kommen. Der Shop war früher ein Kommunikationszentrum für Benrath. Bürger kamen mit Anliegen, die eigentlich nichts mit der AGB zu tun hatten. Mit Corona hat sich aber vor allem die Kommunikation mit unseren Mitgliedern, den Benrather Händlern und Geschäftstreibenden, verändert. Vieles läuft digital oder am Telefon. Zudem gibt es jeden Donnerstagmittag eine Sprechstunde an der Kaffeebude auf dem Marktplatz, an der auch die Bezirksbeamten der Polizei teilnehmen.

Mögen Sie schon ein kurzes, verfrühtes Fazit ziehen?

Schwanke Wir haben inzwischen einen sehr engen Draht mit der Stiftung Schloss und Park Benrath und kooperieren gut. Und auch unsere Anbindung an die Stadt ist gut. Wir hatten ja dem früheren Oberbürgermeister Thomas Geisel einen Zehn-Punkte-Plan vorgelegt, um den Stadtteil und vor allem auch die Fußgängerzone nach vorne zu bringen. Der wird nun unter Stephan Keller weiter abgearbeitet, auch wenn es mir doch in einigen Punkten zu langsam geht.

Haben Sie das Gefühl, dass Düsseldorf genug für die Attraktivität seiner Stadtteile tut?

Schwanke Schaut man nach Langenfeld, Hilden oder Monheim läuft das dort einfacher, weil zentral organisiert. Aber in Düsseldorf gibt es natürlich viele Stadtteile mit Einkaufszentren. Ich wünschte mir, dass es Möglichkeiten gäbe, ähnlich wie in Garath bei Garath 2.0, auch in die Attraktivität in Benrath zu investieren. Dort gibt es ein Quartiers- und ein Citymanagement. Manchmal frage ich mich, ob man immer erst dann etwas fördert, wenn das sprichwörtliche Kind schon in den Brunnen gefallen ist.