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Düsseldorf: Ab März Entspannung bei vollen S-Bahn-Züge

Bürgermonitor: Volle S-Bahnzüge im Düsseldorfer Süden : In vollen Zügen

Ab März 2020 soll sich die Lage entspannen: Die Deutsche Bahn hat dann mehr Triebwagen zur Verfügung.

Zu Stoßzeiten im Düsseldorfer Süden mit der S-Bahnlinie 6 oder gar der 68 zu fahren, hat immer etwas von einem Glücksspiel. Es gibt Tage, an denen findet man leicht einen Sitzplatz, und am nächsten Tag – vielleicht sogar einige Stunden später – sind die Bahnen so voll, dass die Fahrgäste nur noch mit Drängeln durch die Türen kommen.

Viele Kunden der Deutschen Bahn beklagen sich regelmäßig über überfüllte Abteile. Vor allem, wer die S-Bahn im Berufsverkehr nutzt, muss oft auf einen Sitzplatz verzichten. Vielfahrer Georg Raspe berichtet von „sardinenbüchsenartigen Zuständen“, teilweise würden die Fahrer per Lautsprecher das Zusteigen weiterer Fahrgäste verbieten. „Einmal wurde sogar mit Polizei gedroht, als die Menschen nicht aufhörten, in den überfüllten Zug zu drängen“, so Raspe.

Ein Sprecher der Deutschen Bahn konnte diesen geschilderten Vorfall zwar nicht genau zuordnen, entschuldigte sich aber im Namen des Unternehmens für solche Vorfälle. „Wir hatten in den vergangenen Wochen einige der im S-Bahnverkehr eingesetzten Triebwagen in der Werkstatt. Deshalb kam es vermehrt dazu, dass die S6 nur mit einem statt mit zwei Wagen unterwegs war“, erläuterte der Sprecher die Gründe für den Engpass, der jedoch schon einige Jahre anhält. Aktuell habe sich die Lage aber wieder gebessert. „Wir sind jetzt gut unterwegs“, sagt der Bahnsprecher.  Vor allem, wenn im Herbst die Gleise vermehrt nass seien, müssten die Radsätze wegen des erhöhten Abriebs häufiger in die Werkstatt.

Da die S68 zudem nur als Ergänzungslinie zur S6 gefahren wird, stellt die Bahn diese bei Fahrzeugproblemen oder einem hohen Krankheitsstand als Erstes ein. Regelmäßig hatte diese Linie die schlechtesten Werte aller S-Bahn-Verbindungen im VRR-Gebiet. Doch für März 2020 gelobt die Bahn endlich Besserung – Voraussetzung sei aber, so der Bahnsprecher, dass das Unternehmen Abellio wie vereinbart auf seiner S-Bahnlinie 3 dann eigene Fahrzeuge und Lokführer einsetzt. „Dann haben wir wieder mehr Reservefahrzeuge für die von uns betriebenen S-Bahnen frei.

Ein weiterer Punkt, den viele Kunden der Bahn bemängeln, sind fehlende oder den falschen Stationen zugeordnete Ansagen. „Ich erlebe es immer wieder, dass an Stelle von Reisholz beispielsweise Eller Süd angekündigt wird“, berichtet eine Bahnfahrerin. „Mein Sohn hat eine geistige Behinderung, fährt aber selbstständig mit der S-Bahn zur Werkstatt für angepasste Arbeit. Wenn dann die falsche Durchsage über den Lautsprecher kommt, ist er sehr verwirrt.“

Viele Pendler sehen die Bahn in der Pflicht, ihre Leistung deutlich zu verbessern. Vor allem mit Blick auf die Bemühungen, den Verkehr von der Straße auf die Schiene zu verlagern, so behauptet Georg Raspe, sei es nicht zielführend, wenn sich Pendler regelmäßig über unpünktliche und überfüllte Bahnen ärgern müssen.