Die Astronomie-AG des Schloß-Gymnasiums verfügt sogar über ein Teleskop.

Benrath : Schüler schauen in den Weltraum

Die Astronomie-AG des Schloß-Gymnasiums hat sogar Zugriff auf ein Teleskop.

Auch wenn gefühlt millionenfach Sterne in einer klaren Winternacht am Himmel funkeln, Kinder sehen im Bling-Bling des früher als romantisch empfundenen Sternenzelts kaum noch einen Zauber. „Als ich kleiner war, hat es für mich einfach nur schön geblitzt, mehr nicht“, sagt Meli, Schülerin der vierten Klasse der St. Apollinaris Grundschule in Holthausen, die mit ihren Klassenkameraden die Benzenberg Sternwarte des Schloß-Gymnasiums besucht. „Als ich kleiner war, sah ich zwar die Lichter, konnte mir aber nicht vorstellen, dass da Materie existiert“, sagt Quirin, dessen Bruder in einer Sternwarte arbeitet und er schon einiges über Astronomie weiß.

Schulleiter Raimund Millard und Manfred Heise stellen die Sternwarte, die am „Schloß“ eine lange Tradition hat und ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal im mathematisch-naturwissenschaftlichen Schulprofil darstellt, vor. Im Nawi-Club Astronomie, der Astronomie AG und im Projektkurs können Schüler unter Anleitungen und mit Hilfe eines Teleskop-Fernrohrs eigene Beobachtungen anstellen. „Wir sind in der glücklichen Lage, dass wir gerade 4000 Euro zur dringend notwendigen Überholung unseres Fernrohrs erhalten haben“, sagt Heise.

Max Metelmann, Lehrer für Mathematik und Physik, schlägt mit einer Tiergeschichte den Bogen von einer romantischen zur naturwissenschaftlichen Betrachtung des Mondes. Er ist Sehnsuchtsort für verschiedene Tiere, die alles daransetzen, um dem Mond nahe zu kommen, bis es einer Maus gelingt, ein Stück von dem Planeten abzubeißen. Alle Tiere probieren, für alle schmeckt der Mond nach ihrer Lieblingsnahrung. Nur ein Fisch wundert sich, denn er weiß, dass es die „Mondspeise“ auch tief auf dem Meeresgrund gibt. „Tatsächlich bestehen Erde und Mond aus der gleichen Materie, da der Mond einst ein Teil der Erde und letztlich das Ergebnis einer gigantischen Explosion war“, sagt Metelmann. Er und seine Kollegin Claudia Scheffler versuchen, den Kindern ein Gespür für die naturwissenschaftlichen Relationen zwischen den Gestirnen in der Galaxie zu vermitteln.

Hilfreich sind dabei Computeranimationen. Spannende Bildsequenzen zeigen Sterne und Sternbilder sowie den Sonnenverlauf an jedem beliebigen Ort zu jedem beliebigen Zeitpunkt. So konnte der spezifische Sonnenverlauf in Düsseldorf, am Nord- und Südpol sowie am Äquator beobachtet werden. Als Schüler hatte Metelmann die Gelegenheit, in Stuttgart die Sonnenfinsternis vom 11. August 1999 beobachten. Für die Grundschüler wiederholte er dieses denkwürdige Ereignis als Computeranimation. „Früher haben die Menschen gedacht, die Sonne würde sich um die Erde drehen, aber es ist ja genau umgekehrt“, weiß Sami, – offenbar ein Kandidat für die Astronomie-AG am „Schloß“.

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