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Benrath: Das Weiße Gold des Kurfürsten im Schloss

Benrath : Das Weiße Gold des Kurfürsten im Schloss

Die Frankenthaler Sammlung gehört zu den wichtigsten Porzellan-Kollektionen und ist jetzt in einer Dauerausstellung zu sehen.

Ein Vögelchen sitzt auf einem Baum und zwitschert, während das zweite fliegt und offenbar zuhört. Ein filigran gemaltes Bild, das auf dem feinen Porzellan-Teller zu sehen ist. Ein Teller aus der Frankenthaler Porzellan-Manufaktur, den die Freunde Schloss und Park Benrath der Stiftung schenkten.

 Dieser Teller ist das jüngste Geschenk des Freundeskreises.
Dieser Teller ist das jüngste Geschenk des Freundeskreises. Foto: Freundeskreis

Noch ist in der Vitrine die Stelle, wo der Teller Platz finden soll, leer, nur ein Schildchen macht darauf aufmerksam; doch der Teller soll schon bald die Dauerausstellung bereichern.

Seit kurzem ist das Frankenthaler Porzellan in einem kleinen Raum des Ostflügels von Schloss Benrath zu sehen. In mehreren Vitrinen hat Kuratorin Eva-Maria Gruben das Porzellan-Kabinett zusammengestellt. Es handelt sich fast ausschließlich um Frankenthaler Porzellan, das der Kurfürst Karl Theodor seinerzeit bevorzugte.

Als Vorbild diente ihm ein Service, das er damals vom französischen König Ludwig XV. geschenkt bekommen hatte, weil er im Krieg zu Frankreich gehalten hatte. Damals hatte er die Wahl zwischen einem Orden und einem Porzellanservice. Der Kurfürst entschied sich für Letzteres. Das Service stammte aus der königlichen Manufaktur Sèvres, der ausschließlich für den französischen König arbeitete. Doch Karl Theodor wollte mehr von dem Weißen Gold, und so beauftragte er am 26. Mai 1755 den Porzellanfabrikanten Paul Hannong, für ihn eine Pozellanmanufaktur einzurichten.

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Neben der Königlichen Porzellan-Manufaktur in Meißen und der Königlich-Preußischen Porzellan-Manufaktur in Berlin zählten die Frankenthaler zu den wichtigsten künstlerischen Fertigungsstätten für das Weiße Gold.

Zahlreiche Exponate des feinen Porzellans sind in den Vitrinen zu sehen - thematisch geordnet: Gleich am Eingang rechts steht die Vitrine mit dem Thema "Antike Götterwelt": Diana bei der Jagd, oder Zeus mit dem Blitz in der Hand. Es sind große und kleine Figuren, handbemalt, die früher unter anderem als Tischdekoration dienten. So gibt es einige Raritäten, beispielsweise Figuren aus der selben Form gebrannt, aber unterschiedlich bemalt. Das sind echte Hingucker, wie unter anderem die Jagdgöttin Diana, die es in drei Varianten gibt. Da sollte der Betrachter schon genau hinschauen, dann entdeckt er jede Menge Unterschiede.

Zu jeder der Figuren kann Kuratorin Eva-Mario Gruben eine Geschichte erzählen, und das macht sie auch in den Führungen, die die Stiftung Schloss und Park Benrath anbietet.

"Schäferidylle" heißt eine weitere Vitrine, besonders eindrucksvoll sind die Jagdszenen, ob auf Tellern, Tassen oder Kannen. Und schon erzählt Eva-Maria Gruben eine andere Geschichte - die von den bauchigen Kaffeekannen, von denen sich in der Ausstellung ebenfalls einige befinden. Im Gegensatz zu den Teekannen hatten sie einen dicken runden Bauch, damit der Kaffeesatz dort bleiben und nicht in die Tasse kommen sollte. "Denn Filterkaffee gab es zu der damaligen Zeit noch nicht", erklärt Eva-Maria Gruben schmunzelnd.

Beeindruckend ist vor allem die Chinoiserie (nach chinesischem Vorbild). Mit besonders feinen Pinselstrichen sind dort die Motive gezeichnet, wobei der Betrachter jedes Mal noch ein neues Detail erkennt.

Die Kabinett-Ausstellung ist sehenswert, immerhin besitzt die Stiftung Schloss und Park Benrath die drittgrößte Frankenthaler Sammlung der Bundesrepublik. Mehr als 300 Exponate sind in ihrem Besitz, von denen aber nur ein Drittel zu sehen ist. Nicht nur die Vereinigung der Freunde Schloss und Park Benrath hofft, dass demnächst noch mehr Porzellan ausgestellt wird. Denn der Freundeskreis hat nicht nur den Vogelteller gestiftet, sondern zahlreiche weitere Porzellan-Gegenstände. Das Weiße Gold wurde auf Auktionen gekauft, von Kunstsammlungen und von Privat erworben.

(RP)