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Bürgerforum zum Bau in der Düsseldorfer Paulsmühle

Entwicklung des Quartiers : Paulsmühlen-Bürger kritisieren Planung

Hohe Wohntürme, wenig Grün, zu viele Parkplätze: Die Bewohner der Benrather Paulsmühle haben noch immer einiges auszusetzen an der geplanten neuen Siedlung. In einem Bürgerforum konnten sie ihre Einwände äußern.

Die Bürgerinitiative „Lebenswerte Paulsmühle“ hatte zum Bürgerforum eingeladen, um sich mit Bürgern und Vertretern von Politik und Verwaltung über die anstehenden Neubauprojekte in der Paulsmühle und den Nachbarquartieren auszutauschen. Ruth Orzessek-Kruppa, Leiterin des Stadtplanungsamts, Vertreter des Amts für Verkehrsmanagement sowie Mitglieder der zuständigen Bezirksvertretung 9 waren gekommen, der Andrang im Saal des Bürgerhauses war groß. Zunächst gab es einen Rückblick auf den Workshop im vergangenen Sommer, in dem zahlreiche Bedenken gegen eine ursprüngliche Planung sowie Verbesserungsvorschläge geäußert wurden. Kritik gab es insbesondere hinsichtlich der großen Verdichtung mit rund 570 Wohneinheiten und siebengeschossigen Wohntürmen.

Ruth Orzessek-Kruppa, die selbst in der Paulsmühle wohnt, ließ es sich nicht nehmen, über die zentralen Kritik- und Änderungswünsche der Bürger an der Planung, die in zehn Punkte zusammengefasst waren, zu referieren. Nahezu alle Punkte, insbesondere der Wunsch nach geringeren Geschosshöhen und aufgelockerter Bebauung mit mehr Grün, hat die neue Planung nun berücksichtigt. „Lediglich die gewünschte Bürgerwiese war nicht realisierbar, aber eine Liegewiese wird es geben, ebenso wird der Brunnenplatzes Treff-Charakter haben“, so die Leiterin des Stadtplanungsamtes, die immer wieder den Aspekt der Qualitätssicherung betonte.

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Aber die Bürgerinitiative blickt noch immer kritisch auf die Entwicklung im Viertel. Durch den Abriss der Eissporthalle sowie die Aufgabe der Unterkünfte für geflüchtete Menschen an der Schimmelpfennigstraße werden weitere Auswirkungen auf das Quartier befürchtet, sollten auch dort noch Wohnungen gebaut werden. Verschärft würde die Situation zudem durch die Bebauung des Outokumpu-Geländes südlich der Hildener Straße. Die noch ungewisse Zahl von „Neu-Paulsmühlern“ führte direkt zu der Fragen nach dem Parkraum. Die Sorge darum wurde beruhigt: Zu jeder Wohneinheit soll jeweils ein Stellplatz gehören. Dazu würden Besucherparkplätze im Verhältnis „vier Wohnungen, ein öffentlicher Stellplatz“ geplant. Darüber hinaus erinnerte Udo Skalnik, stellvertretender Bezirksbürgermeister, an die Fehleinschätzung an der Albrecht-Dürer-Schule, deren Hochgarage nur zu einem Bruchteil genutzt werde. „Hier könnte man überlegen, ob nicht auch zusätzlich eine öffentliche Nutzung denkbar wäre“, so Skalnik.

Auf Zetteln konnten die Bürger noch weitere Fragen stellen. Dabei ging es insbesondere um den Verkehr. Trotz Tempo-30-Zone würde auf der Tellering- und Kleinstraße zu schnell gefahren, was eine Gefahr für überquerende Fußgänger bedeute. Des weiteren gab Jens Weiner bekannt, dass sich die Bürgerinitiative für das Projekt „Zukunft Quartier.Düseldorf“ beworben habe. Die weitreichende Umgestaltung der Paulsmühle könnte in das Projekt, in dem es um zukunftsweisende Lebensqualität, Wohnsituation, Mobilität und Energieerzeugung geht, gut passen.