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Bürgerbeteiligung zum Düsseldorfer Radschnellweg

Radwege in Düsseldorf : Bürger planen beim Radschnellweg mit

Lange schon wartet der Düsseldorfer Süden auf den Radschnellweg, die Nachbarstädte sind bei Planung und Durchführung schon deutlich weiter. Bei der Detailplanung dürfen nun auch die Bürger mitreden.

Bereits sieben Jahre ist es her, dass Neuss, Düsseldorf, Langenfeld und Monheim den vom Land ausgeschriebenen Wettbewerb für die Förderung eines Radschnellwegs gewannen. Während in Monheim bereits erste Teilstücke fertiggestellt wurden, steht für Düsseldorf noch nicht einmal der genaue Verlauf der Trasse fest. Dieser soll nun mithilfe einer Bürgerbeteiligung erfolgen, die gesetzlich im Verwaltungsverfahrensgesetz des Landes festgeschrieben ist. Wir geben einen Überblick über den derzeitigen Planungsstand.

Hintergrund Radschnellwege sind gesicherte, von anderen Verkehrsteilnehmern baulich getrennte Fahrradstraßen mit einer hohen Belagsqualität und komfortablen Kreuzungspunkten. Zweispurige Wege sind vier Meter breit und einspurige drei. Auf einer Länge von 29,6 Kilometern soll der Radschnellweg vor allem Pendler motivieren, den täglichen Weg zur Arbeit zwischen den rheinischen Gemeinden lieber per Rad zurückzulegen. Eigentlich als Gemeinschaftsprojekt der Kommunen gedacht, hat Monheim die Gruppe verlassen und bereits in Eigenregie erste Teilstücke fertiggestellt. 56 Millionen Euro sollen die gesamten Bauarbeiten geschätzt kosten. Zudem gibt es Überlegungen, die Strecke nach Leverkusen und Köln hin auszuweiten.
Verlauf Straßen.NRW hat erste Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie zum Trassenverlauf im Düsseldorfer Süden online gestellt. Demnach soll der Radschnellweg von Neuss über die Josef-Kardinal-Frings-Brücke kommend am Hammer und Volmerswerther Deich entlang zur Heinrich-Heine-Universität führen. Danach soll er weiter entlang der Münchner Straße durch Holthausen nach Benrath verlaufen. Am Schloss vorbei und entlang der Koblenzer Straße könnte der Radschnellweg schließlich in Garath enden, wo er jeweils mit den Abzweigungen nach Langenfeld und Monheim zusammentrifft.
Planungsstand und Bürgerbeteiligung Bevor jedoch der endgültige Verlauf mit allen Details festgelegt werden kann, wartet die Stadt noch auf die Ergebnisse der Umweltverträglichkeitsuntersuchung (UVU). Diese soll mit der stadtweiten Bürgerbeteiligung in das Linienbestimmungsverfahren einfließen. Da öffentliche Termine samt Bürgerbesprechungen aufgrund der derzeitigen Corona-Maßnahmen nicht möglich sind, findet diese erstmals online statt. Bis zum 29. November stehen die Planungsunterlagen wie auch die einzelnen Lagepläne für die Bezirke auf der Homepage von Staßen.NRW zur Verfügung. Noch bis zum 27. November können schriftliche Anregungen und Bedenken per E-Mail an martin.hartung-faerber@strassen.nrw.de eingereicht werden. Auch Einzeltermine können vereinbart werden. Zudem wird am 24. und 25 November von 9 bis 20 Uhr eine Telefon-Hotline unter der 02161 409310 eingerichtet, an die sich die Bürger direkt wenden können. Alternativ sind alle Informationen sowie eine Weiterleitung zu den Planungsunterlagen unter www.duesseldorf.de/radschlag/radschnellweg zusammengefasst.

Meinungen Der ADFC Düsseldorf begrüßt die Planungen eines Radschnellwegs. „Radschnellwege wie die Nordbahntrasse Wuppertal oder der RS1 Ruhr mussten gegen viel Widerstand aus der Politik geplant werden. Die tatsächlichen Nutzungszahlen haben die geplanten Zahlen aber bei Weitem übertroffen“, sagt die stellvertretende Vorsitzende Lerke Tyra. Besonders das Kernstück Benrath-Universität biete das höchste Potential. „Allerdings sollten dort die gefährlichen Querungen mit den vielen Ampeln durch Über- oder Unterführungen schon jetzt gelöst werden“, sagt sie. Kritisch sieht sie zudem die fehlende Anbindung an die Innenstadt, bedingt durch die Umleitung über Freizeitwege. „Die Planung über den Volmerswerther Deich bedeutet mehr als 600 Meter Umweg. Das macht es für Pendelnde schon wieder weniger attraktiv.“