Benrath : Benrathern gelingt faustdicke Überraschung

Den Favoriten ärgern – so lautet die Devise für laut Tabelle unterlegene Mannschaften, wenn sie sich der Übermacht eines klar besser platzierten Spielpartners gegenübersehen. Im Bezirksliga-Heimspiel des Ex-Landesligisten VfL Benrath gegen die Reserve des VfB Hilden waren die Rollen genauso verteilt: als Tabellenzweiter war die Zweitvertretung des Hildener Oberligaclubs zu den Schlossstädtern gereist, die wegen schwankender Leistungen über Mittelmaß in ihrer neuen Liga noch nicht hinausgekommen waren.

Doch siehe da: Beim Schlusspfiff durften die Benrather über einen 3:1-Heimerfolg jubeln. Das war mehr als nur ärgern, das darf getrost als faustdicke Überraschung gewertet werden, zumal sich die Formation von Trainer Frank Stoffels zu Spiel-Anfang in eben jener Verfassung präsentierte, die zu bereits fünf Niederlagen geführt und alle Träume vom Ideal-Saisonziel des Wiederaufstiegs längst hatte platzen lassen.

Ballverluste ohne Ende, Mängel im Aufbauspiel – den VfL-Fans unter den rund 60 Zuschauern auf der Tribüne im Karl-Hohmann-Stadion war einfach zum Haareraufen. Den Gäste-Anhängern ging es nur wenig besser, weil der VfB mit den Fehlern des Gegners nicht s anzufangen wusste und sich im Abschluss ineffektiv zeigte. Lediglich in der 21. Minute bestraften die Hildener einen krassen gegnerischen Ballverlust und bewiesen mit einem Konter zum Führungstreffer durch Nick Hellenkamp, weshalb sie in der Tabelle weit oben stehen. Der VfL, das muss man den Stoffels-Schützlingen attestieren, steckte trotz des verdienten Rückstand nicht auf und fand durch einen Traum-Abschluss von Dylan Wackes (35.) glücklich zurück ins Spiel.

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Mit Wiederanpfiff war vom alten Rollenbild Favorit gegen Außenseiter nicht mehr viel zu erkennen. Den Gästen waren Spielfluss und Offensiv-Mut abhanden gekommen. Trainer Stoffels bewies Wechselgeschick, als er Sohn Mario aufs Feld nahm, der sich sogleich in bester Spiellaune zeigte und mit klugen und präzisen Diagonalpässen die Benrather Angriffsmaschinerie in Schwung brachte.

Stoffels schloss zudem eine sehenswerte Kombination zum 2:1 ab (62.). Marcel Gerst erhöhte nach Vorlage von Stoffels (79.). Zwischendrin hatte Yannick Krohn einen Elfer versemmelt. „Danach hätte das Spiel kippen können“, räumte Trainer Stoffels ein, weil seine junge Formation selbst in Phasen klarer Überlegenheit immer wieder spontane Unsicherheiten erkennen ließ. Die Hildener jedoch versäumten es, aus solchen Momenten Kapital zu schlagen. Und dann war sie eben passiert, die faustdicke Überraschung.

Spiele in der Kreisliga A

Glücklicher Dreier für die 04er

WERSTEN (hel) Weiter auf Siegkurs steuert der SV Wersten 04. Gegen den Außenseiter Polizei SV taten sich die Schützlinge von Trainer Dirk Engel beim 4:3 Auswärtserfolg aber schwer. Nach Eckstoß von Sascha Hermanns markierte Fred Adomako per Kopfball die Gäste-Führung (51.). „Dann haben wir verpasst, den Vorsprung auszubauen“, räumte der Coach der 04er ein. Trotz Platzverweis für Mike Neuen (61., Disput mit dem Unparteiischen) bogen die Gäste einen zwischenzeitlichen Rückstand binnen 120 Sekunden um. Adomako (75.) und Tim Stemmer per Winkelschuss (76.) trafen zum 2:2. In der Schlussphase glückte Dennis Hanuschkiewitz noch der Siegtreffer.

Colo-Team lässt Punkte liegen

HASSELS (hel) Bei der TuRU-Reserve war mehr drin für den Bezirksliga-Absteiger SG Benrath-Hassels als die 2:4-Niederlage. „Wir haben die erste Halbzeit total verpennt“, ärgerte sich Gäste-Trainer Nermin Colo. Abspielfehler begünstigten einen Zwei-Tore-Vorsprung der Hausherren. Mit dem Seitenwechsel und einer Systemumstellung auf 4-4-3 fand die SG besser ins Spiel. Nach Flanke von Asahi Sakamoto konnte Melton Serville verkürzen (63.). Sakamoto traf später auf Zuspiel von Hazim Muharemovic nur noch zum 3:2 (77.). „Leider hat uns der Schiedsrichter einen Strafstoß nach Foul an Veli Velija verweigert“, klagte Colo, der in einem Unentschieden einen gerechten Spielausgang gesehen hätte.

Urdenbach kassiert unnötige Niederlage

URDENBACH (hel) Enttäuscht zeige sich Trainer Mike Kütbach nach der 2:3-Auswärtsschlappe bei TuSA 06. Nur Julian Fein (41., durch Konter) und Slawomir Schulte (90., Strafstoß nach Foul an Marvin Borchers) trafen für den TSV. „Die drei Gegentore haben wir durch haarsträubende Fehler selbst verschuldet“, grantelte der TSV-Coach. Gegen die schwachen Gastgeber war mehr drin für die Urdenbacher. Zu allem Unglück zogen sich Marc Daehne und Andrej Kuyanow Verletzungen zu.

Spiele in der Kreisliga B

1:17-Heimschlappe für Garather SV

DÜSSELDORF-SÜD (hel) Debakel für den Garather SV. 1:17 unterlag das Tabellenschlusslicht im Heimspiel gegen Sportring Eller. In Abwesenheit von Trainer Dimitri Ponukarin (privat verhindert) ließ sich die GSV-Abwehr vom Anpfiff an überrollen. Cihan Bratsch gelang immerhin der Ehrentreffer (83.). Die bislang sieglosen Garather hoffen nun am Sonntag beim Tabellen- und Ortsnachbarn SG Benrath-Hassels zumindest auf einen Teilerfolg.

SG-Coach Jordan verletzt ins Krankenhaus

HASSELS Mit 1:7 hatte die SG Benrath-Hassels beim FC Tannenhof ebenfalls deutlich das Nachsehen. Trainer Manual Jordan musste im ersatzgeschwächten Aufgebot selbst aushelfen. Pech für den SG-Coach: Bei einem Zusammenprall mit dem FC-Keeper zog sich Jordan eine Kopfverletzung zu und musste ins Krankenhaus transportiert werden. Weil Jeff Jordan seinen Bruder dabei begleitet hat, standen bei Spielende noch lediglich neun Hasselaner auf dem Platz. Fanfanding Dibba glückte der SG-Treffer (70.).