Benratherin Zweite beim Präventions-Projekt "Bunt statt blau"

Prävention : Kunst statt Komasaufen

Beim Wettbewerb „Bunt statt blau“ hat eine Schülerin aus Benrath den zweiten Platz unter 1000 Einsendungen aus NRW belegt.

Yasmin Toutouh trinkt nicht. Die 16-jährige Schülerin der Benrather Realschule ist Muslima und verzichtet daher aus religiösen Gründen auf den Alkohol. „Aber auch, wenn das nicht so wäre, würde ich nicht trinken, ich kann damit einfach nichts anfangen“, sagt Yasmin. Damit steht sie oft relativ allein, wenn ihre Freunde die ersten Erfahrungen mit Alkohol machen. Sie weiß, wie leicht man in Versuchung kommen kann, will andere Menschen bestärken – und hat deswegen am bundesweiten Wettbewerb der Krankenkasse DAK teilgenommen, in dem unter dem Motto „Bunt statt blau“ Kunstwerke gegen das exzessive Trinken entstanden sind.

Auf die Idee gebracht hat sie ihre Physiklehrerin, als sie eine von Yasmins Zeichnungen gesehen hattte. „Sie hat gesagt: ,Zu malst ziemlich gut, mach doch da mal mit´“, erinnert sich die Schülerin.

9000 Einsendungen gab es aus ganz Deutschland, allein 1000 aus NRW – und Yasmin Toutouh hat davon den zweiten Platz belegt. Gestern wurde ihr im Düsseldorfer Rathaus dafür die Urkunde überreicht.

Ihr Bild zeigt eine junge Frau, die der Künstlerin selbst ein wenig ähnelt. Sie steht umgeben von alkoholischen Getränken, greift aber nach der einen alkoholfreien Flasche. „Ich möchte mit diesem Bild ausdrücken, dass man sich nie dazu drängen lassen soll, zu trinken, auch wenn alle Menschen um einen herum es tun“, erzählt Yasmin zu ihrem Bild. Sie sagt, es sei wichtig, seine eigenen Entscheidungen auch gegen die Ansichten der Mehrheit zu treffen. „Manchmal muss man sich von Anderen abheben“, formuliert die 16-Jährige.

Für diese Einstellung und ihre künstlerische Arbeit wurde Yasmin Toutouh gestern, gemeinsam mit den übrigen NRW-Siegern des Wettbewerbs, geehrt. Anwesend war auch die Gewinneren des ersten Platzes, die ebenfalls 16-jährige Lilach Sarit Tenenberg aus Köln.

In seiner Rede sagte Düsseldorfs Bürgermeister Friedrich Conzen, es sei nicht nötig, den Alkohol in der Gesellschaft grundlegend zu verdammen. „Wie so oft im Leben kommt es auf das Maß und die Selbstkontrolle an“, so Conzen. Ihn selbst als Bewohner der Altstadt betreffe das Thema, da er oft mit den Auswirkungen eines Verlustes dieser Selbstkontrolle konfrontiert werde. „Daher ist es auch eine Aufgabe unserer Schulen, den Kindern Verantwortung im Umgang mit alkoholischen Getränken beizubringen“, sagt Conzen. Er lobte das Projekt der DAK, das dazu beitrage, dieses Bewusstsein zu stärken.

Klaus Overdiek, Leiter der DAK-Landesvertretung NRW, sagte zu den Gewinnern des Wettbewerbs, man solle nicht mit erhobenem Finger durch die Welt gehen. Dennoch sei es wichtig, sich die Auswirkungen vor Augen zu führen: So gab es im vergangenen Jahr allein in Düsseldorf 124 Fälle, in denen Jugendliche unter 18 Jahren wegen Alkoholmissbrauchs ins Krankenhaus eingeliefert werden mussten, in NRW waren es im selben Zeitraum 23.000 Fälle.

Mit diesem Bild hat Yasmin Toutouh aus Benrath den zweiten Platz beim Wettbewerb „Bunt statt blau“ belegt. Foto: RP/Dominik Schneider

Zu diesen Fällen wird Yasmin Toutouh wohl niemals gehören. Sie hat sich vorgenommen, niemals Alkohol zu trinken – aus religiösen Gründen, und, weil sie um die Folgen von unkontrolliertem Trinken weiß.

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