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Zwischenruf: Benrather Standort läuft die Zeit davon

Zwischenruf : Benrather Standort läuft die Zeit davon

Hätte der damalige Oberbürgermeister Dirk Elbers nach seinen Worten im Oktober 2013 Taten folgen lassen, würde die Diskussion um den besseren Standort für den Neubau des Albrecht-Dürer-Berufkollegs jetzt nicht neu hochkochen. Dem Stadtrat wäre inzwischen eine Beschlussvorlage vorgelegt worden.

Die Mitstreiter der Bürgerbewegung "Wir bauen auf den Süden" werfen gewichtige Argumente für den Benrather Standort ins Feld: Die bebaubare Fläche ist riesig. Es passen ein großer Parkplatz und eine Dreifachsporthalle drauf. Zudem ist er gut angeschlossen, sowohl über das Autobahnnetz - viele Berufsschüler haben ein Auto -, als auch per Bus und Bahn. Und in den zuletzt benachteiligten Stadt-Süden käme neuer Schwung.

So schnell wie möglich müssen die Fakten auf den Tisch: Wie belastet ist das Benrather Areal? Wie schnell könnte daraus Bauland werden? Ist das Areal an der Völklinger Straße groß genug für eine Schule samt Dreifach-Sporthalle und Parkplatz? Wann könnten wo die Bagger anrollen? Denn eines darf nicht passieren: Dass über 4000 Schüler und Lehrer zum Spielball von stadtteilpolitischen Interessen werden.

Schon jetzt zeichnet sich ein Streit über die politischen Farben hinweg zwischen den Bezirksvertretungen (BV) an. Die für Oberbilk zuständige BV 3 hat vorige Woche einem Antrag von SPD- und CDU zugestimmt, dass sich das Gremium für einen zügigen Neubau des Albrecht-Dürer-Berufskollegs am Standort Völklinger Straße ausspricht. Der OB und die Verwaltung wurden aufgefordert, schnellstmöglich entsprechende Schritte einzuleiten. Vorteile sieht man in gleich zwei Punkten: zum einen gehören die Grundstücke zum größten Teil der Stadt und zum anderen braucht man dort kein zeitlich aufwendiges Bebauungsplanverfahren - im Gegensatz zum Standort Paulsmühlenstraße. Das stimmt so, doch ist es damit auch wirklich der bessere Standort?

Es könnte gut sein, dass am Ende die Zeit das k.o.-Kriterium für Benrath sein könnte. Doch an diesem Punkt steht Thomas Geisel im Süden mit seinem Wahlversprechen im Blickpunkt. Denn er hat sich an die Spitze derer gestellt, die das Areal in der Paulsmühle mit einem großen Wurf im Blick haben. Vielleicht kommt ihm aus finanzpolitischer Sicht - die Stadtkasse ist aktuell leer - ein längerer Vorlauf gerade zu pass. Immerhin treibt seine Ampel ihn mit dem Ratsantrag auch nicht wirklich zur Eile an. Geisel ist 2014 angetreten, mit der Maßgabe, die Stadtteile zu stärken und damit hat er vor allem im Stadt-Süden gepunktet. Daran werden ihn seine Wähler messen. (rö)

(RP)