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Benrather Schwestern basteln Krippen aus Holz und alten Gotteslob-Gebetsbüchern

Stadtteil-Serie : Krippen aus so ziemlich allem

Zwei Ordensschwestern aus Benrath basteln mit Holz, Nüssen und Gesangbüchern

Seit 17 Jahren leben die Ordensschwestern Maria Helga und Maria Hildegard, 72 und 79 Jahre alt, gemeinsam in Benrath. Früher arbeiteten sie als Erzieherinnen, heute widmen sie ihr Leben dem Glauben, der Gemeinde – und dem Kunsthandwerk. Jedes Jahr präsentieren sie ihre Werke auf dem Adventsbasar der Gemeinde St. Cäcilia in Benrath, und jedes Jahr bringen die beiden Seniorinnen neue, kreative Ideen mit. „Nächstes Jahr brauchen wir mehr Blaumeisen“, sagt Schwester Maria Helga. „Seiden-Gestecke können wir etwas weniger machen“, antwortet Schwester Maria Hildegard. „Und die Frau, die immer Schafe kauft, kommt bestimmt auch wieder, daran müssen wir denken“, fügt Maria Helga hinzu.

Gearbeitet wird mit allem, was den beiden Frauen in die Hände fällt. „In diesem Jahr haben wir von der Gemeinde drei große Kisten mit alten Gotteslob-Büchern bekommen“, erzählt Schwester Maria Hildegard. Daraus haben sie Krippen, Engel und Baumschmuck hergestellt, der am Samstag beim Adventsbasar der Gemeinde verkauft wurde.

Und das mit Erfolg: Innerhalb von 20 Minuten waren keine Gotteslob-Krippen mehr da, die Ordensfrauen konnten gerade noch zwei Exemplare für sich selbst reservieren. „Die werden wir zu Weihnachten verschenken“, erzählt Schwester Maria Helga. Überhaupt freuen sich die Schwestern viel an ihrer Arbeit: „Wenn ich eine Krippe mache“, erzählt Maria Hildegard, „dann macht das gleich dreifach Freude: Mir beim Basteln, dem Käufer, der sie in sein Wohnzimmer stellt, und den Mädchen in Indonesien.“ Das Geld, dass Maria Hildegard und Maria Helga auf dem Basar einnehmen, geht nämlich an ein Schulprojekt für junge Frauen in Südost-Asien. Wie viel Geld in diesem Jahr zusammen gekommen ist, verraten sie nicht. „Wir können auf jeden Fall genug spenden“, sagt Maria Hildegard zwinkernd.

Aber nicht nur aus alten Gebetsbüchern basteln die Schwestern Weihnachtsschmuck. „Wir verwenden fast alles, was wir in der Natur finden oder was man uns gibt. Und das ist einiges“, sagen sie. Wenn im Düsseldorfer Süden ein Baum fällt oder der Rheinpegel sinkt, finden die Künstlerinnen neue Schätze. So entstehen Krippen aus Treibholz mit Figuren aus Filz, außerdem winzige Krippen in Nussschalen und Engel aus Bienenwachs. Im vergangenen Jahr bastelten sie mehrere Halsketten aus Avocado-Kernen. „Und das, obwohl wir gar keine Avocados mögen“, sagt Maria Hildegard und lacht.

Für die, die noch ein Weihnachtsgeschenk suchen, haben die Schwestern allerdings schlechte Nachrichten: „Wir produzieren nicht auf Bestellung und verkaufen auch nur einmal im Jahr auf dem Adventsbasar“, sagt Maria Helga. Die Rentnerinnen arbeiten zum Spaß. „Wir sind keine Firma“, sagt Maria Helga lächelnd.