Benrather Schlosslauf 2019: Mehr als 2000 Menschen nahmen teil

Rekordverdächtig : 2000 Menschen liefen rund ums Schloss

Temperaturen von mehr als 30 Grad waren eine Herausforderung. Viel Bewunderung gab es für den „Special Olympics Fackellauf“. Ein Feuerwehrmann lief in voller Montur neben seiner Schwester her.

Rekordverdächtig war so einiges beim elften Benrather Schlosslauf des Lauftreffs (LT) Süd. Mehr als 2000 Teilnehmer kamen nach Benrath. Viele von ihnen hatten sich kurzfristig zur Teilnahme entschlossen. Auch zwölf Kindergärten waren vertreten und nahmen an der Verlosung von dreimal 50 Euro teil. Allerdings, Temperaturen von bis zu 33 Grad machten die Läufe vor allen Dingen bei den Schülern zu einem überaus anstrengenden Hobby. Rainer Wolf, der LT-Vorsitzende, war froh, dass trotz großer Hitze „alles gut verlief“. Zwar hatte das DRK ein wenig mehr zu tun als in den meisten Vorjahren, doch nur einmal gab es an diesem Sonntag einen Einsatz, der den Rot-Kreuzlern etwas mehr abverlangte.

Für rund 90 Helfer, darunter auch einige vom Nachbarverein SFD, begann der Sonntagmorgen bereits um 7.30 Uhr. In diesem Jahr gab es ein neues Sicherheitskonzept, das von der Stiftung Schloss und Park Benrath bestens unterstützt wurde. So standen die Zelte am Weiher und es waren keine Fahrzeuge (auch keine Fahrräder – außer denen der Helfer) auf dem Platz vor dem Schloss gestattet.

Obwohl der Startschuss zum Fünf-Kilometer-Jedermann-Lauf (Altersklasse U12 und älter) pünktlich um 10 Uhr fiel, wurde es einigen Aktiven dieser Teilnehmergruppe schon zu warm. Doch sportlicher Ehrgeiz ließ alle 330 Starter die Hitzestrapazen überwinden. Sieger dieses Rennens wurde Philipp Schulpen (M30) vom TSV Meerbusch in 17:36 Minuten vor den beiden Mönchengladbachern Michael Gießen und Christian Zingsem (M35). Beste Düsseldorfer waren Simon Vogt (SFD) und Daniel Kruppa (Gymnasium Koblenzer Straße) als vierter und fünfter.

Gleich 290 Langstrecken-Begeisterte gingen auf den Zehn-Kilometer-Kurs. Wobei erwartungsgemäß zwei SFD-Aktive die Nase vorn hatten: Max Thorwirth kam nach 33:20 Minuten ins Ziel, sein Klubkamerad Abdelmalek Bahri nach 33:50 Minuten. Auf Rang drei lief der Essener Max Podewski (Tusem). Doch das alles war nichts gegen den „Special Olympics Fackellauf“ für Menschen mit geistiger Behinderung, der um 14 Uhr gestartet wurde. Denn die meist von einer Person begleiteten Aktiven sorgten für Hochachtung und Bewunderung der Zuschauer. Vor allem Christian Merstens, der seine 22-jährige Schwester Verena begleitete, sorgte für Aufmerksamkeit. Denn der Feuerwehrmann lief bei brütender Hitze in voller Montur – mit Atemmaske und Sauerstoff-Flasche. Und meinte nach dem Zieleinlauf: „Ich weiß gar nicht, wer denn nun wen mitgezogen hat. Ich bin platt.“ Als er jedoch wieder (schnell) bei Puste war, erklärte der große Bruder: „Ich bin stolz auf Verena. Die schwimmt in einem Mönchengladbacher Verein, weil die so etwas für Behinderte anbieten. “

Begeisterung kam bei den Wettbewerben der Schüler auf. Wenngleich hier oft die Talente vorn lagen, die bereits in Vereinen dem Laufsport frönen. Bei den Schülerinnen war Jule Wickum (ASC) nicht zu schlagen. Vorjahressiegerin Julia Oliveira (GGS Henri-Dunant, Wersten) kam als erste außerhalb eines Laufsportvereins als 17. von fast 100 Teilnehmerinnen ins Ziel. Bei den Schülern war Max Powell (U16; LG Stadtwerke Hilden) unter 92 Startern zu schnell für die Konkurrenz, wodurch er Philipp Kubitz (SFD) und Christopher Dahlmeyer (LG Hilden) auf die Plätze verwies.

Höhepunkt waren die Staffelläufe. Manchen der Kleinen, zum Beispiel Béla Beyer, merkte niemand mehr an, dass wenige Stunden zuvor noch der Pool im Garten nur widerwillig verlassen wurde, um hier mit zu laufen.

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