Benrather Grundschüler erlernen Konfliktbewältigung

Pädagogik : Grundschüler lernen den Umgang mit Konflikten

Der Verein Gewaltfrei Lernen gibt Kurse an der Schloss-Grundschule.

Drei Schritte, so bringt Sibylle Wanders den Schülern der Grundschule Schloss Benrath bei, sind zu beachten, wenn sie geärgert werden. Beim ersten Mal sollen sie sagen: „Hör auf damit!“, ruhig und selbstbewusst. Beim zweiten Mal heißt es: „Lass das, oder ich hole einen Erwachsenen“. Und wenn denn immer noch geschubst und geärgert wird, erst dann sollen sich die Kinder an eine Aufsichtsperson wenden.

Gewaltfrei Lernen heißt der Verein, mit dem Sibylle Wanders Kindern an insgesamt 500 Schulen spielerisch den richtigen Umgang mit Konflikten beibringt. Mit dabei sind alle Schulformen. „Meistens haben Gymnasiasten und Realschüler das Training nötiger als Grund- oder Hauptschüler“, sagt Sibylle Wanders. Denn vor allem an Hauptschulen gebe es in der Regel eine gute Struktur von Betreuung und Sozialarbeit. „So etwas könnten viele Gymnasien auch gebrachen“, so die Erfahrung der Trainerin. Zwar gäbe es dort nur selten Gewalt, Mobbing, auch im Internet, sei jedoch erschreckend häufig Alltag.

Wanders setzt auf spielerische Erfahrungen. „Spaß und Freundschaft stehen im Mittelpunkt, nicht der Konflikt“, sagt sie. Das schaffe eine positive Lernatmosphäre, in der die Inhalte besser hängen bleiben. Das Training besteht aus sechs bis zehn Unterrichtsstunden pro Klasse.

Neben der verbalen Konfliktlösung bringt die Sportpädagogin den Kindern aber auch bei, sich gegen tätliche Angriffe zu wehren. Brenzlige Situationen und die richtige Verhaltensweise werden in einem Bewegungstheater geprobt.

Auch Lehrer und Eltern werden in dem Konzept des Vereins Gewaltfrei Lernen angesprochen. „Es geht darum, präventiv zu handeln und nicht erst einzugreifen, wenn sich schon jemand weh getan hat“, sagt Wanders. Ermöglicht wurde die Teilnahme der Benrather Grundschule durch eine finanzielle Förderung der Stiftung Kunst, Kultur und Soziales der Sparda-Bank.

Die Übungen zeigen bereits Wirkung, berichtet Wanders. Die Kinder befolgen die drei Schritte zur Konfliktlösung auf dem Pausenhof. Erst danach wenden sie sich an die Lehrer.

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