Benrather Band für Musikpreis nominiert

Benrath: Band für Musikpreis nominiert

Die „Rockscars“ sind für den Deutschen Rock und Pop-Preis in der Kategorie „Cover-/Tribute Bands“ nominiert, der heute in Siegen verliehen wird. Zwei Bandmitglieder sind aus Benrath.

„Rockscars“ – der Name steht für die Narben, die Musiker in ihren Bands erfahren. Heike Müller (56) und Conny Beck (53) hatten bereits in vielen Gruppen gespielt, bevor sie im Jahr 2011 die „Rockscars“ gründeten. Damals hatten sie sich durch einen gemeinsamen Musikerkollegen kennengelernt, heute leben sie sogar im selben Wohnhaus im Zentrum von Benrath. „Um in einer Band zu spielen, muss es menschlich passen“, findet Heike Müller.

Dass es auch musikalisch zwischen den beiden Freunden funktioniert, hat die Nominierung für den 36. Deutschen Rock und Pop-Preis in der Kategorie „Cover-/Tribute Bands“ gezeigt. Insgesamt werden 125 Gruppen und Solokünstler von einer unabhängigen Fachjury bewertet, der Preis wird am heutigen Samstag in Siegen verliehen. Die Rockscars sind mittlerweile auf vier Mitglieder angewachsen.

Neben Sänger Beck und Bassistin Heike Müller gehören Schlagzeuger Burckhard Schulz aus Himmelgeist und Gitarrist Dirk Gschlössl aus Köln dazu. Die Musikrichtung ist Hardrock/Heavy Metal. Ihr Repertoire besteht unter anderem aus den frühen Songs von ACDC, Judas Priest und Iron Maiden. Bei ihren Auftritten sind Headbanging, Schreien und schwarze Kleidung Programm. Ihren größten Erfolg hatten sie, als sie vor drei Jahren vor einem Eishockeyspiel im ISS-Dome auftreten konnten.

„Wir stehen auf handgemachte Musik“, sagt Halb-Engländer Conny Beck. Metal Musik sei ein Handwerk und nicht technisch und austauschbar. Beck muss es wissen: Er ist zwar gelernter Industriemechaniker, hat aber in den 1980erJahren eine klassische Gesangsausbildung absolviert. Metal-Gesang sei anspruchsvoll, es komme auf die richtige Technik an. Heute arbeitet er als Rigger, er kümmert sich um die Deckentechnik in großen Veranstaltungshallen.

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Heike Müller ist Justizangestellte, hat aber auch mal Tierpsychologie studiert und eine Gitarrenwerkstatt betrieben. Zu ihrem Instrument ist sie eher durch Zufall gekommen. Am Heiligen Abend vor 25 Jahren hatte ihr jemand aus Spaß eine Bassgitarre in die Hand gedrückt, da war es um sie geschehen. Unterricht hat sie kaum genommen, sie ist Autodidaktin. Noten lesen kann sie nicht, sie spielt nach Gehör.

Damit hat sie Erfolg: Sie ist ebenfalls für den Preis in der Kategorie „Bester Bassist“ nominiert. Als Heile Müller sich selbst und die Band beworben hatte, hätte sie nicht gedacht, dass sie einmal so weit kommen würden. „Durch unsere Adern fließt Metal-Blut“, sagt sie und lacht, Beck stimmt ihr zu. Bei beiden stammt die Leidenschaft für laute Musik noch aus ihrer Teenagerzeit. Es ging um Rebellion gegen die Eltern und ehrliche Texte. Wenn Müller und Beck an heute Abend denken, mischen sich Aufregung und Freude aber auch Genugtuung für die langjährige musikalische Arbeit.

Auf welchen Platz sie gewählt werden und ob sie den Preis wirklich bekommen, erfahren sie erst während der Preisverleihung. Auch wenn es diesmal nicht klappt, glaubt Conny Beck an die Zukunft seiner Musik: „Metal ist schon so oft totgesagt worden, kommt aber immer wieder hoch.“

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