Nach drei trockenen Sommern : Baumfällungen im Süden nötig

Hitze und Trockenheit haben die Ausbreitung von Krankheiten beschleunigt. 27 Bäume müssen in Straßen und Parks des Düsseldorfer Südens gefällt werden. Der größte davon ist eine Buche mit einem Stammumfang von vier Metern auf dem Gelände von Schloss Mickeln.

27, teils sehr große Bäume im Düsseldorfer Süden müssen weg. Das ist die traurige Bilanz, die das Gartenamt bekanntgab. Mitarbeiter der Behörde untersuchen regelmäßig die Bäume in Parks, Anlagen und entlang von Straßen auf Anzeichen von Krankheiten, die die Standsicherheit gefährden könnten. Ist dies der Fall, bleibt meist nur die Fällung.

Hinter den Pflanzen liegen drei überdurchschnittlich trockene Sommer. Der Wassermangel macht die Bäume anfällig für Pilze und Parasiten, etwa die Rußrindenkrankheit, die vor allem verschiedene Ahornarten angreift. Auch die sogenannte Komplexerkrankung, die Kastanien befällt, breitet sich immer weiter aus. Andere schädliche Parasiten befallen wenig spezialisiert verschiedene Baumarten.

Das Gartenamt hat speziell geschulte Mitarbeiter, die Straßen- und Anlagenbäume nach Symptomen absuchen. Im fortgeschrittenen Stadium fehlt es dem Baum an Nährstoffen, Holz und Wurzelwerk können brüchig werden. Das gefährdet im schlimmsten Fall die Menschen, die sich in der Nähe aufhalten. Daher werden sämtliche Bäume, deren Standsicherheit nicht gewährleistet ist, vorsorglich entfernt. Dies dient auch dazu, die Ausbreitung von Baumkrankheiten zu verlangsamen.

Sieben Anlagen- und zwanzig Straßenbäume stehen in der aktuellen Fällsaison auf der Liste des Gartenamtes für die südlichen Stadtteile. Der Größte davon ist eine Buche im Park von Schloss Mickeln in Himmelgeist mit einem Stammumfang von rund vier Metern. Der Baum ist vom sogenannten Riesensporling befallen. Besonders stark betroffen ist die Meliesallee am Benrather Schlosspark, hier müssen vier benachbarte Ahornbäume gefällt werden.

Die Zahl der Bäume, die zur Verkehrssicherung entnommen werden müssen, ist als Folge der trockenen Sommer in den vergangenen Jahren gestiegen. Oft zeigt sich die Folge einer Dürre erst ein oder sogar mehrere Jahre später. Das Gartenamt rechnet damit, dass die Zahl der Verluste weiter steigen wird.

Die Stadt kündigt jedoch an, wenn möglich an selber Stelle neue Bäume zu pflanzen. Es laufen derzeit noch Prüfungen unter anderem durch die Netzgesellschaft im Bezug auf unterirdische Leitungen. Wo genau nachgepflanzt werden kann, steht daher noch nicht fest. Die Stadt setzt für diese Nachpflanzungen verstärkt auf sogenannte Zukunftsbäume, die in der Lage sind, mit den sich verändernden Umweltbedingungen zurecht zu kommen. Dazu gehören etwa Ginko, Buche, Eiche und Amberbaum.