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Benrath: "Baubeginn ist Sache des Investors"

Benrath : "Baubeginn ist Sache des Investors"

In dem Wohnquartier in der Paulsmühle werden die Vorgaben des Handlungskonzeptes nicht umgesetzt: Statt jeweils 20 Prozent sind es zwölf beim preisgedämpften Wohnen und 14 Prozent bei öffentlich geförderten Wohneinheiten.

Wer einmal nachrechnet, dem wird auffallen, dass die Stadt bei dem neuen Benrather Wohnquartier, dem Mühlenviertel an der Telleringstraße, recht weit von den im "Handlungskonzept Wohnen" von der Politik festgelegten Quoten für geförderten und preisgedämpften Wohnraum abweicht. Auf dem Areal sollen zirka 385 Wohneinheiten stehen - 45 im preisgedämpften Segment (das sind zwölf statt wie festgelegt 20 Prozent) sowie 54 öffentlich geförderte Einheiten (14 statt 20 Prozent).

Hintergrund dieser Zahlen ist, dass die Pläne für das neue Wohngebiet bereits Ende 2012 durch die politischen Gremien gingen, das Handlungskonzept Wohnen allerdings erst ein Jahr später aufgelegt wurde. Und so war bei der Auslobung für das Gutachterverfahren festegelegt worden, maximal 40 Wohnungen im geförderten Bereich zu errichten. Selbige Politik hatte die Verwaltung dann nach der Verabschiedung des neuen Handlungskonzeptes aufgefordert, mit dem Investor in diesem Punkt nachzuverhandeln. Gekauft hatte das Areal ein Fonds aus Luxemburg, der durch die Münchener Gesellschaft GIG vertreten wird. Bei der Stadt geht man davon aus, dass dieser nicht selber bauen lässt, sondern das Gebiet an einen Bauträger verkauft.

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Doch mehr als das, was nun erzielt worden sei, sei nicht möglich gewesen, setzte Michael Laferi vom Stadtplanungsamt, die Stadtteilpolitik in der jüngsten Sitzung der Bezirksvetretung ins Bild. Als nächste Schritte sollen nun mit dem Investor der städtebauliche Vertrag und ein Kaufvertrag über ein innerhalb des Areals liegendes kleines städtisches Grundstück abgeschlossen werden. Für dieses beansprucht das Planungsamt sogar, dass dort die Quoten des Handlungskonzeptes Wohnen voll mit 20 Prozent umgesetzt worden seien.

Gleich mitüberplant hat die Verwaltung auch ein kleines Areal am südlichen Zipfel, auch dem sich derzeit noch ein kleines Gewerbegebiet befindet. Dort besteht zwar weiterhin Bestandschutz für die ansässigen Unternehmen, wenn aber der ein oder andere Besitzer auf die Idee komme, das Gelände an die Stadt zu verkaufen, müsse dort nicht neu geplant werden.

Schon jetzt steht fest, dass, wenn mit Bauarbeiten angefangen werde, wegen des Lärmschutzes von der Eisenbahn mit dem Gebäuderiegel entlang der Bahnlinie begonnen werde, bevor dann die Bauten entlang der Telleringstraße entstehen würden. Zu der Frage, wann denn die ersten Bagger anrollen, konnte Laferi nichts sagen. Er ließ sich lediglich abringen, dass er davon ausgeht, dass 2016 der Bebauungsplan rechtskräftig werden wird. Der Baubeginn, so der Stadtplaner, sei Sache des Investors. Dieser sei aber sicherlich daran interessiert, dass es bald los geht, weil er schon viel Geld in dieses Projekt gesteckt habe.

Michael Laferi sicherte den Bezirksvertretern zu, dass das Planungsamt weiterhin im Blick habe, die so genannte Angströhre zu verbreitern. Im Blick haben die Planer auch die verkehrliche Zufahrt zu dem neuen Wohngebiet. So sei jetzt schon die Kreuzung Forststraße/Kleinstraße überlastet. "Wir wissen, dass wir dort was tun müssen", sagte der Stadtplaner. Deswegen seien bereits Planungsgelder für den städtischen Haushalt angemeldet worden. Auch an der anderen Seite Richtung Hildener Straße müsse etwas getan werden. Eine Optimierung des Verkehrsabflusses werde man mit dem für 2017 geplanten Ausbau der Hildener Straße angehen, so der Stadtplaner.

(RP)