Benrath: Ausstellung "SIE" - Vielfalt, Unterschiede, Gemeinsamkeiten

Benrath : Ausstellung "SIE" - Vielfalt, Unterschiede, Gemeinsamkeiten

Der Benrather Kulturkreis stellt bei seiner neuen Kunstschau in der Orangerie die Frau in den Mittelpunkt.

Der komplette Ausstellungstitel lautet "SIE - Evas Erbinnen". Damit ist es dem Benrather Kulturkreis gelungen, ein gesellschaftspolitisches Thema mit hoher Relevanz in das Kulturleben einzubringen. "Schließlich hat mit Eva alles angefangen", erklärt Kulturkreis-Vorsitzende Barbara Witsch-Winter zur Eröffnung der Ausstellung in der Orangerie des Schlosses.

Hinter der Auswahl dieser vielschichtigen Arbeiten steht Kunsthistorikerin Meike Lotz-Koval, der es gemeinsam mit Leonie Runte gelungen ist, Vielfalt, Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Frau herauszustellen. "Altmodische Rollenverständnisse aus der Welt zu schaffen, gelingt nur in der Kunst", findet Meike Lotz-Koval.

Sandra Ackermann versucht es mit gestylten Frauen, die meist Attribute aus dem Gewaltkontext in der Hand haben. "Taub in der Stille" ist ein Beispiel dafür, mit wie viel Spannung derartige Bilder beladen sind. Wer sich den Details der von Louisa Clement fotografierten und auf den ersten Blick aussagearmen Schaufensterpuppen widmet, wird ebenfalls mit Spannung belohnt. Am PC bearbeitet, werden die gesichtslosen Porträts mit Individualität erfüllt. Eher provokant macht Ivonne Thein in der Werkserie "32 Kilogramm" auf die Magersucht und die Internetbewegung Pro Ana von Frauen mit Ess-Störungen aufmerksam. Sie fotografiert Models und lässt sie am PC "runterhungern". Die Mädchen in Model-Pose kleidet die Künstlerin in Bandagen oder Korsetts: "Damit weise ich auf die Krankheiten hin, die unweigerlich folgen." Die Kuratorin ergänzt: "Das Streben nach einem Schönheitsideal schädigt auch die Psyche."

Ihr war es wichtig, auch die männliche Sichtweise auf das weibliche Wesen zu zeigen. Die aus Holz entstandenen Figuren des Benrather Bildhauers Erwin Nöthen spiegeln die vielfachen charakterlichen Eigenschaften der Frauen wider. Er nimmt Struktur und Maserung des Holzes auf, zeigt die Gärtnerin, die Schreitende oder Jule, Luise und Gitta. Auch Christoph Pöggeler nutzt Oberflächen. Die Muster ausrangierter Gegenstände wie Strandliegen und Baustellenbretter dienen ihm als Malgrund. Selbst das kann die Schönheit, die Ausstrahlung einer Eva nicht beeinträchtigen. Die Frau steht im Mittelpunkt und wird ihrer Rolle als Protagonistin in vielerlei Hinsicht gerecht. Der in rund 30 Arbeiten zusammengefasste Blick auf "Evas Erbinnen" ist eine Hommage an die Vielseitigkeit des Weiblichen. Bis 26. März täglich von 11-17 Uhr

(mgö)
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