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Benrath: Aus Hexenhäuschen soll Schmuckstück werden

Benrath : Aus Hexenhäuschen soll Schmuckstück werden

Das Gartenamt der Stadt Düsseldorf sucht Fotos, die die Eremitage im Benrather Schlosspark vor ihrer Zerstörung 1970 zeigen.

Bei Schülern der umliegenden Schulen ist es als "Hexenhäuschen" bekannt — die 1973 mehr schlecht als recht wieder aufgebaute Eremitage im englischen Garten im Benrather Schlosspark.

Auch heute noch ist die Holzhütte eine beliebte Anlaufstelle für Jugendliche: Die Wände sind mit Graffiti und Gekritzel beschmiert, die Borke der Wände ist teilweise abgelöst und die Türen und Fenster sind beschädigt. Doch da will das Gartenamt Abhilfe schaffen und arbeitet deshalb an einem Konzept, die Situation des Birkenhäuschens zu verbessern. Geplant ist, das Haus wieder in einem Zustand, der sich an das Original anpasst, zu errichten.

Darum sucht das Gartenamt nun alte Fotografien, die zeigen, wie das zuletzt als Teehaus genutzte Häuschen vor seiner Zerstörung im Jahr 1970 durch Brandstiftung ausgesehen hat. Dabei sei es egal, ob die ganze Eremitage oder auch nur Details zu sehen seien, heißt es in einer Pressemitteilung.

Vielleicht kann ja bereits das Benrather Heimatarchivs helfen. Auch dessen Leiter, Wolfgang D. Sauer, hat den Hilferuf des Gartenamtes gelesen: "Ich kann mich an zwei Fotos erinnern." Um das mit Fakten zu untermauern, hat er nun als Erstes bei der gestrigen Öffnung des Heimatarchivs, das im Benrather Rathaus untergebracht ist, die Computerspezialisten darum gebeten, im digitalen Foto-Archiv nachzuschauen.

Das vor der Zerstörung dort stehende kleine Parkgebäude stammt aus dem 18. Jahrhundert und wurde zeitgleich mit dem Gesamtkunstwerk von Schloss und Park Benrath als Eremitage im Privatgarten des Kurfürsten Carl Theodor errichtet. Im Zeitalter des Philosophen Jean-Jacques Rousseau und seinem Wunsch "zurück zur Natur" galt es als Ausdruck einer allgemeinen Sehnsucht nach ländlichem Leben und Einsamkeit. In der Preußenzeit wurde es als Teehaus genutzt.

1993 erarbeiteten Rose und Gustav Woerner das Entwicklungskonzept für den Benrather Schlosspark, das so genannte Parkpflegewerk. In diesem führten sie auf, dass es gewünscht sei, die Eremitage originalgetreu wieder aufzubauen.

Doch bevor es losgehen kann, müssen alte Fotos her, um die "Datengrundlagen" dafür zu schaffen, berichtete Gartenamtsleiterin Doris Törkel auf Anfrage unserer Zeitung. Im nächsten Schritt werde dann ein Konzept für eine Rekonstruktion erstellt. Mit diesem wolle man sich dann an die politischen Gremien wenden, berichtete Törkel weiter.

(RP)