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Benrath: Appell eines Lesers gegen Schlosspark-Schließung

Benrath : Appell eines Lesers gegen Schlosspark-Schließung

Viel Leser-Zuspruch hat es für den Vorschlag gegeben, in den Nachtstunden den Benrather Schlosspark zu schließen, um ihn vor Vermüllung und mutwilligen Beschädigungen zu schützen. Doch unsere Redaktion erreichte auch ein Brief von Michael Czernetzki, der ganz anderer Meinung ist. Er lebt seit 1999 mit seiner Familie, darunter zwei Kinder im Alter von 15 und 17 Jahren in Benrath.

Um auch diese Position darzustellen, haben wir seinen Brief zusammengefasst: "Mit großem Entsetzen habe ich die Reaktionen und Kommentare zum Thema Vandalismus und Schließung des Schlossparkes gelesen. Es ist einfach, mit Verboten zu reagieren. Das Problem wird auf Ordnungsamt und Polizei geschoben und es werden drastische Maßnahmen gefordert, wie beispielsweise Wachhunde." Er, so Czernetzki, sei täglich meist mehrmals im Schlosspark unterwegs und habe dabei gleich mehreres festgestellt: Volle Mülleimer rund um das Schloss, ein paar Vandalismus-Schäden, die nicht sofort entfernt worden seien -"das lädt zu weiteren Taten ein."

Er sehe auf der Reiterwiese regelmäßig umgestellte Bänke und ihm mache es eigentlich Spaß zu sehen, dass die Wiese, die Bänke für die Kommunikation und Freizeitgestaltung genutzt würden - auch wenn nicht immer zurück gestellt würden. Sein Vorschlag: "Vielleicht sind hier extra mobile Bänke eine Alternative? Mit einem Chip versehen kann man Diebstahl vermeiden und hat sofort die möglichen Vandalen."

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Aus Sicht von Czernetzki würde das Abschließen des Parks nur wenig helfen, es verlagere die Orte, wo der Vandalismus geschehe. Aus Sicht des Benrathers würde eine größere Frequentierung helfen: "Vielleicht können ja ein paar Hauptwege leicht illuminiert werden, das sorgt für mehr Besuch und verdrängt möglichen Vandalismus."

Im September will die Stiftung Schloss und Park Benrath wenn es dunkel wird, mal zur Probe den Schlosspark schließen, um zu sehen, ob das die Schäden eindämmt. Anlässlich des Weihnachtsmarktes 2016 hatte der Vorstand während dieser Veranstaltung den Vorplatz am Abend abgeschlossen und damit gute Erfahrungen gemacht. Für Michael Czernetzki wäre eine dauerhafte Schließung am Abend hingegen ein Unding: " Ich genieße es, auch noch spät durch den Schlosspark zu gehen oder dort zu joggen und kann die vorgeschlagenen Schließzeiten auf keinen Fall akzeptieren. Es gehört zur Aufenthaltsqualität, wenn man in Benrath lebt. Und da es Menschen gibt, die einen anderen Tagesablauf haben, sollten diese auch die Möglichkeit haben, weiter in den Schlosspark zu gehen..

Sein Appell: Benrath hat Altersheime, ist aber kein Altersheim; Benrath hat viele Schulen, ist aber kein Jugendclub; Benrath hat viele Familien, Reiche aber auch Arbeitslose und sogar gut funktionierende Flüchtlingsheime. Benrath ist eine optimale Mischung und Spiegelung der normalen Gesellschaft. Dieser gerecht werden sollten deshalb auch die Maßnahmen gegen Vandalismus.

Sein Ansatz dagegen wäre ein ganz anderer: "Gibt es Analysen darüber, wer wann für Vandalismus verantwortlich ist? Jahreszeiten, Temperaturen, kommen die Randalierer aus anderen Stadtteilen, wie ist ihr Alter? Wenn es Jugendliche sind, stellt sich mir die Frage, ob es genügend Alternativen in der Umgebung für sie gibt. Meine Antwort darauf lautet nein. Man sollte, statt sie auszusperren, auf die Menschen zugehen, sie in Arbeiten und Erhaltung einbinden oder dafür auch die die Schulen mit in die Pflicht nehmen.

(rö)