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Benrath: Andrang beim verkaufsoffenen Sonntag

Benrath : Andrang beim verkaufsoffenen Sonntag

Gleich nach Öffnung um 13 Uhr füllten sich die Geschäfte am gestrigen zweiten Advent. Ein großes Thema: die Schließung der Strauss-Filiale. Geschäftsleute betrachten den Verlust dieses Anziehungspunktes mit Sorge.

Es duftet nach gebrannten Mandeln, Flammkuchen und Glühwein. In Benrath drängen sich zwischen den Buden des Weihnachtsdörfchens gestern schon eine Stunde nach Öffnung der Geschäfte massenhaft Menschen. Auf Dächern und Bäumen glitzert der Frost und über allem strahlt die Sonne - der verkaufsoffene Sonntag beschert Geschäftsleuten, Geschenksuchenden und Weihnachtsmarktgenießern einen Bilderbuch-Advents-Winter-Tag.

Voll aber nicht überfüllt, war der Weihnachtsmarkt direkt am Schloss. Die Luftballons von "Mr. Lunelli" fanden reißenden Absatz. Foto: Günter von Ameln

"Ich steh' im Hafen von Piräus" schmettert ein Duo aus Trompete und Akkordeon kontrastreich zum gegenüber stehenden Nikolaus. Der verteilt im prächtigen rot-weißen Ornat mit beeindruckendem Hirtenstab Prospekte und Äpfel an Kinder. Eine armenische Familie mit vier Sprösslingen ist begeistert. Nein, Christen seien sie nicht, aber der Nikolaus, der gefalle ihnen sehr, radebrechen sie freundlich in Deutsch.

Am Brunnen legen Lea und Nico aus Monheim gegen 14 Uhr eine Ruhepause ein. "Wir haben eine große Runde gedreht, auch beim Schloss, jetzt gehen wir einkaufen", verraten die zwei jungen Leute. Geparkt haben sie in einer kleinen Nebenstraße, allerdings recht früh, als noch etwas zu finden war. "Jetzt ist das sicher vorbei", meint Nico. Auch Familie Korneli konnte um 11.30 Uhr das Auto noch problemlos abstellen. "Beim Schloss links", sagt der Derendorfer, der an Parkplatznöte ohnehin gewohnt ist. Nach einem Rundgang auf dem Schlossmarkt, "der besinnlich und schön ist", ist die Familie im Weihnachtsdörfchen angekommen. Hier gibt's nämlich Luftballons und die vierjährige Lucie hält strahlend ein lilafarbenes Einhorn fest an der Schnur in ihrer kleinen Hand.

Martin Stözel genießt mit Frau und Kindern in der Hauptstraße eine süße Stärkung. "Crêpe mit Nutella" verraten die Kinder glücklich. "Überall" sei die Familie gewesen, sagt Stözel lächelnd. Dass die Strauss-Filiale schließt, findet der Benrather für die Mitarbeiter bitter. "Man fragt sich, was nun passiert. Hoffentlich kommt hier kein Billigladen hin, sondern etwas Niveauvolles", setzt er hinzu. "Das ist eine Katastrophe, denn die Geschäfte befruchten sich gegenseitig", kommentiert Inge Nitschke. Seit 22 Jahren ist sie Inhaberin des "abitare due", dem Geschäft für Wohnaccessoires in der Hauptstraße. Ihre Kunden seien heute vornehmlich an Weihnachtsdekoration und Geschenken im Preissegment von 30 bis 40 Euro interessiert, und der Andrang sei groß. "Alle sagen, es ist eine sehr schöne Atmosphäre in Benrath", ergänzt die Geschäftsfrau. Im Teehaus Benrath bietet Marita Wolfering Kunden gebrannte Mandeln an. Allerdings nicht die knusprige Sorte vom Typ "Zahn-Tester". "Die Leute haben zunächst einen Rundgang gemacht, aber seit kurz nach 15 Uhr ist das Geschäft sehr gut", sagt Inhaber Hans-Wilhelm Wolfering. Dass "Aus" für Strauss sieht er mit großer Sorge. "Strauss ist ein Magnet, wenn die Filiale schließt, ist es für alle Benrather Geschäftsleute nicht schön", meint er.

Zwei sehr kleine geschnitzte Füchse ersteht Ulla Stegmaier bei dem Stand mit den erzgebirgischen Schnitzereien. "Die kommen in die Krippe", freut sie sich. Auch die Hildenerin hat einen großen Bummel vor. "Wir sind mit dem Auto fast am Rhein gelandet", meint sie. Ein paar Meter weiter auf dem kleinen Kinderkarussell bei St. Cäcilia sitzen die künftigen Ferrari-Fahrer mit Zuckerwatte und Popkorn-Tüten. Das Lenkrad ist da nicht so spannend. "Jingle Bells" klingt es nun jazzig aus Trompete und Akkordeon - na also, es klappt auch weihnachtlich.

(RP)