Andrang bei Pflanzenbörse im Botanischen Garten der Düsseldorfer Universität

Hochwertige Stauden : Große Börse für Flora-Fans

Viele Neugierige kamen zur Pflanzenbörse im Botanischen Garten der Uni.

Vor der Orangerie des Botanischen Gartens der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) wartet am Sonntag kurz vor 14 Uhr eine endlose Schlange von Menschen. Ausgerüstet mit Taschen, Kartons und Körben warten sie darauf, dass die Frühjahrspflanzenbörse öffnet. Als es soweit ist, setzt ein wahrer Ansturm auf den Innenhof der Orangerie ein. Hier stehen ordentlich aufgereiht Stauden und Kräutersetzlinge. „Ich glaube, so viele Besucher habe ich noch nie gesehen“, staunt Sabine Etges, Kustodin des Botanischen Gartens. Seit rund 20 Jahren wird die beliebte Börse veranstaltet. Zusätzlich bietet eine Imkerin Honigprodukte von heimischen Bienen und die Abfall-Spezialisten von der Awista informieren über Kompostierung.

„Wir haben hochwertige Stauden und botanische Besonderheiten im Sortiment“, sagt Etges. Dabei handelt es sich vornehmlich um überzählige Pflanzen der Staudengärtnerei, die für den Eigenbedarf des Gartens nicht gebraucht werden. Im Innenhof der Orangerie drängen sich die einen nach Exoten, andere suchen nach frischem Grün als „Top“ für die tägliche Mahlzeit. Leonie Eschrich und Nils Schmidt schauen sich zwischen Rosmarin, Salbei, Petersilie und Liebstöckel um. „Petersilie verwende ich oft“, meint Leonie. Nils habe aus Liebstöckel schon einmal Maggi-Ersatz gekocht. „Die Kräuter stehen auf unserem Balkon, und sie verzeihen viel“, meint Nils Schmidt. Die beiden sind zufällig hier: bei ihrem Spaziergang durch den Botanischen Garten entdeckten sie die vielen Menschen. Cornelia hingegen ist gezielt aus Kaarst hierher gekommen. Sie hat einer Freundin die Herkunft ihres ertragreichen Feigenbaumes entlockt. „Sie hat ihn von der Pflanzenbörse im Vorjahr, und ich bin heute auf der Suche nach einem solchen Exemplar. Ich brauche eine gute Ernte, weil ich Marmelade kochen will“, meint die 64-Jährige.

Der Menschen-Strom in den Innenhof ebbt auch am Sonntagnachmittag nicht ab, und die ehrenamtlichen Kassierer vom Freundeskreis haben alle Hände voll zu tun. „Sie erklären jedem Besucher, was seine Auswahl wert wäre, und der Besucher gibt, wenn er will, eine freiwillige Spende“, sagt Etges. Der Freundeskreis unterstützt mit den Erlösen wichtige Projekte. „Aktuell müssen wir den Alpengarten neu gestalten, und der Freundeskreis steuert über 60.000 Euro bei“, freut sich die Kustodin.

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