Aktion gegen Lebensmittelverschwendung in Benrath

Gegen Verschwendung : Gerettete Lebensmittel zu verschenken

300 Kilogramm Lebensmittel hatten Katharina Linke und ihr Team gestern auf den Benrather Marktplatz mitgebracht: Obst und Gemüse, Backwaren und eingeschweißte Knabbereien. All dies war zu verschenken – und wäre sonst im Abfall gelandet.

Seit sie 15 Jahre alt ist, engagiert sich Katharina Linke gegen Lebensmittelverschwendung. „Ich habe damals in einer Bäckerei gearbeitet und war entsetzt, wie viele Säcke täglich im Müll gelandet sind.“ 90 Kilo Lebensmittel schmeißt jeder Deutsche im Jahr weg, ein nicht geringer Teil davon ist aber durchaus noch essbar. Auch Großhändler und Supermärkte sortieren radikal aus, wenn ein Apfel eine braune Stelle hat oder das Grün eines Radieschens nicht mehr ganz so knackig aussieht.

Dagegen will die Initiative Enjoy the Food und ihre Gründerin Katharina Linke vorgehen. Seit drei Monaten gibt es die Bewegung, bislang wurden 35 Tonnen Lebensmittel vor dem Abfall gerettet. „Wir kooperieren mit Großhändlern, die uns ihre Lebensmittel geben, die sie nicht mehr verkaufen können“, sagt Linke, die dafür garantiert, dass all ihre Lebensmittel noch bedenkenlos essbar sind – und sie diese auch persönlich isst. Sie spendet die geretteten Lebensmittel an Obdachlosenunterkünfte und Flüchtlingsheime, wo das kostenlose Essen gern angenommen wird.

Gestern informierte Enjoy the Food auf dem Benrather Marktplatz über das Thema Lebensmittelverschwendung und verschenkte gerettetes Obst an Passanten. Manche waren zunächst skeptisch, andere wollten den Preis wissen. Doch die meisten griffen zu, gaben Spenden und nahmen neben Äpfeln und Salaten auch Info-Material mit. Katharina Linke hofft, dass sie in Zukunft zweimal nachdenken, was man noch essen kann und was wirklich in den Müll gehört.

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