364 Wohnungen in Paulsmühle sollen 2020 fertig sein

Paulsmühle : Erster Einzug für Anfang 2020 geplant

Obwohl die Hochbauarbeiten schon im vollen Gang sind, wurde für das Mühlenquartier in der Paulsmühle zwischen Tellering- und Paulsmühlenstraße mit 364 neuen Mietwohnungen der offizielle Grundstein gelegt.

Normalerweise ist die Grundsteinlegung eine Amtshandlung am Anfang eines Neubaus. Doch inzwischen kommt es aus terminlichen Gründen oft genug vor, dass die Gäste bei der Feier schon auf das erste oder gar zweite Stockwerk blicken. Das war gestern auch im neuen Mühlenquartier in der Paulsmühle der Fall.

Auf dem 31.500 Quadratmeter großen Areal zwischen Tellering- und Paulsmühlenstraße entstehen 364 neue Mietwohnungen in Größen von 40 bis 134 Quadratmeter. Nach der Fertigstellung übernimmt das in Essen beheimatete Wohnungsunternehmen Vivawest die Häuser schlüsselfertig von Projektentwickler Stefan Frey. Der hatte wiederum 2015 das Grundstück samt der Planungen vom ersten Investor, einem luxemburgischen Fonds, übernommen.

Rund ein Viertel der Wohnungen werden öffentlich gefördert oder preisgedämpft sein. Dass der Bauherr nicht exakt auf die im Handlungskonzept Wohnen vorgeschriebenen Quoten kommt, liegt daran, dass man mit der Stadt über den städtebaulichen Vertrag sich einig geworden ist, bevor der Stadtrat das Konzept verabschiedet hatte. Doch Oberbürgermeister Thomas Geisel war sich gestern trotzdem sicher, dass in das neue Viertel, ein, wie er sagte „hochinteressanter Standort“ viele Menschen mit normalem Einkommen ziehen werden.

Mit der Vermietung der ersten Wohnungen soll in anderthalb bis zwei Jahren begonnen werden können, also ab Anfang 2020, sagte Claudia Goldenbed, Geschäftsführerin von Vivawest. Bis 2022 will das Unternehmen rund eine Milliarde Euro in den Wohnungsbau investieren. Mit dieser Summe entstehen rund 5000 neue Wohnungen – 1700 sind bereits im Bau. Die Vivawest kann sich zudem weitere Investments in Düsseldorf vorstellen. Ob es aber auf dem angrenzenden Grundstück sein wird, das ist noch völlig unklar. Die Planungen für das nächste Wohnquartier gleich nebenan am Dürer-Kolleg sind jetzt erstmal etwas ins Stocken geraten. oder wie es Geisel gestern formulierte: „Wir sind dort nicht ganz so schnell, wie ich es mir gewünscht hätte.“ Nach Protesten aus der Paulsmühle hat die Politik den Bebauungsplanentwurf an die Fachverwaltung zurückgegeben mit dem Tenor, die geplante Bebauung von 570 auf rund 320 Wohnungen zu reduzieren.

Für den Oberbürgermeister ist Benrath ein idealer, weil urbaner Ort für Wohnbau-Investments: Arbeitsplätze im Umfeld, beste Einkaufsmöglichkeiten, eine gute Verkehrsanbindung sowohl mit dem Auto als auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Allerdings sagte der OB auch zu, dass die Stadt in die Verbesserungen einiger Straßen werde investieren müssen.

Diese Uhr zeigte den Beschäftigten bei BEA jahrelang die Zeit an. Sie wurde auf Initiative der Bezirksvertetung 9 vor dem Abriss gerettet. Foto: Röhrig/Rheinische Post/Andrea Röhrig

Investieren wird man auch in die Uhr müssen, die auf Wunsch von Bürgern und der Bezirksvertretung 9 vor dem Abriss der Industriehallen gerettet wurde. Sie hatte über viele Jahre dutzenden Mitarbeitern der BEA angezeigt, wann es Zeit war, nach Hause zu gehen. Allerdings ist sie in einem sehr schlechten Zustand. Momentan steht sie im Benrather Rathaus. Wer eine Idee hat, wie und für was sie künftig genutzt werden könnte, kann sich an die Bezirksverwaltungsstelle wenden: Telefon: 0211 8997112.