Gerresheim: Benderstraße: Streit geht weiter

Gerresheim : Benderstraße: Streit geht weiter

Die Gegner eines Umbaus haben eine große Demonstration angekündigt. In der Bezirksvertretung, die sich mit breiter Mehrheit für den Umbau ausgesprochen hat, warnte die CDU vor einer Eskalation der Auseinandersetzung.

Der Streit um den Umbau der Benderstraße geht auch nach dem Beschluss in der Bezirksvertretung 7 weiter. Sie hatte sich mit breiter Mehrheit und nur mit der Gegenstimme des FDP-Bezirksvertreters Sönke Willms-Heyng für eine Verbreiterung der Gehwege und besseren Bedingungen für Radfahrer ausgesprochen. Der FDP-Politiker lehnt einen Umbau ab, weil das Einkaufszentrum Benderstraße bedroht sei, wenn Parken in zweiter Reihe unmöglich wird.

Willms-Heyng, einer der Organisatoren der Bürger-Initiative "Rettet die Benderstraße", hat jetzt weiteren Widerstand angekündigt. Das Sammeln von Unterschriften – 2900 seien bisher zusammengekommen – werde fortgesetzt, und nach den Ferien solle eine große Demonstration durchgeführt werden, die zeige, dass die "Benderstraße uns Bürgern gehört und nicht den paar Dutzend mühsam zusammengekarrten Demonstranten von CDU, SPD, Grünen, Linken, Bürgerverein und WIG", wie er in einem "Brief an unsere Mitstreiter" schreibt.

Auf dem Hintergrund des Streites hatte bei der Diskussion in der Bezirksvertretung der Sprecher der CDU-Fraktion, Ingolf Rayermann, appelliert, eine Eskalation des Streites zu vermeiden und keine Feindbilder aufzubauen. Die CDU befürwortet den Umbau, weil bei der Gestaltung einer Straße "mit der Zeit gegangen werden muss und nicht bloß Altes konserviert werden darf", sagte Rayermann. Das sei für die Zukunft der Einkaufsstraße wichtig. Deshalb habe sich während des mehrjährigen Moderationsverfahrens auch eine Mehrheit für den Umbau gebildet. "Es gibt keine Ideallösung bei einem grundlegenden Umbau, es wird immer Konflikte geben", sagte SPD-Fraktionssprecher Karsten Kunert. Aber von dem Umbau profitierten Fußgänger und Radfahrer. Auch der Bau der Fußgängerzone Neusser Tor sei seinerzeit umstritten gewesen, heute werde er gelobt.

Bei der Detailplanung nach dem Grundsatzbeschluss soll die Verwaltung bereits Verbesserungsvorschläge prüfen, hat die Bezirksvertretung mit Mehrheit beschlossen. Dazu gehört eine besondere, klare Kennzeichnung der Radwege, Anlegen von zusätzlichen Parkplätzen sowie kostenfreies Parken für 15 Minuten, falls Parkuhren aufgestellt werden. "Wir werden weiterhin mit den Bürgern im Gespräch bleiben und sachlich für den Umbau werben", sagte Rayermann.

Das will auch die Bürgerinitiative pro Umbau Benderstraße, die ebenfalls bereits mehrere hundert Unterschriften gesammelt hat und durch Demonstrationen auf die Vorteile des Umbaus hingewiesen hat. Sie will weiterhin mit dem sachlichen Austausch von Argumenten von den Vorteilen eines Umbaus überzeugen.

(RP)
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