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Lohausen: Bauprojekte sorgen für Unmut

Lohausen : Bauprojekte sorgen für Unmut

Die Lohauser hatten sich Antworten rund um die Bauvorhaben an der Niederrheinstraße erhofft. Das vom Bürgerverein Lohausen-Stockum organisierte Treffen mit den Projektentwicklern ließ allerdings Fragen offen.

Was feststeht ist, dass es für die beiden Projekte an der Niederrheinstraße bisher noch keine Baugenehmigung gibt. Das machte definitive Aussagen der Bauherren bei der Vorstellung ihrer Projekte in der Jona-Kirche Ende vergangener Woche schwierig. Viele Bürger zeigten sich darüber verärgert.

André Verrieth von Trei Real Estate, einer Gesellschaft der Unternehmensgruppe Tengelmann, erläuterte die Planungen für den neuen Kaiser's Supermarkt. Er soll sich nur wenige Meter entfernt vom aktuellen Standort an der Niederrheinstraße befinden. Die alte denkmalgeschützte Tankstelle, die sich auf dem Gelände befindet, wird renoviert. "Wir müssen uns für dieses Liebhaberstück etwas Besonderes einfallen lassen", sagte Verrieth. Die Lohauser können dann auf einer fast doppelt so großen Verkaufsfläche wie bisher von circa 1300 Quadratmetern einkaufen. 90 Parkplätze ( statt bisher 23) sollen angelegt werden.

Fragen zu umstehenden Häusern

Klaus Böcker, Expansionsleiter von Kaiser's Tengelmann, erläuterte das breitere Angebot des Marktes. "Die Sortimente für Fleisch, Wurst, Käse und Fisch werden erweitert", so Böcker. Die Bäckerei Oehme wird das Angebot ergänzen. Böcker hofft auf baldigen Baubeginn und Öffnung im Winter.

Für viele Bürger waren Fragen zu den umstehenden Häusern jedoch von größerer Bedeutung. Was passiert mit dem alten Kneipenhaus Leo's? Oder mit der Immobilie an der Hüttmannstraße 5? "Verschiedene Varianten sind denkbar", sagte Verrieth. Das kleine Haus hinter dem Supermarkt wurde von der Baufirma gekauft, wird allerdings nicht in das Projekt integriert. An dem Gebäude des jetzigen Supermarkts hat ein in Lohausen ansässiger Drogeriemarkt bereits Interesse bekundet.

Das Bauprojekt an der Niederrheinstraße 72, das Ralf Bergmann, Geschäftsführer von Grundwest Projekt, vorstellte, stieß auf reges Interesse der Bürger. Das zweistöckige Gebäude soll die alte Schmiede integrieren und im Erdgeschoss Platz für ein Ladenlokal und für bis zu vier Geschäfte bieten. "Im ersten Stock ist Platz für ein bis zwei Praxen oder Büroräume", sagte Bergmann. Auf der zweiten Etage könnten weitere Büroräume entstehen. "Das Gebäude kann bis zum Frühjahr 2013 fertiggestellt werden, wenn die Baugenehmigung bald vorliegt", sagte Bergmann.

Für viele Lohauser ist dieses Grundstück besonders wichtig. Die Ortseinfahrt verändere sich durch den Neubau erheblich, hieß es aus dem Publikum. Einige Bürger wünschten sich ein Sanitätshaus. Konkrete Antworten seitens der Bauherren gab es aber nicht. "Wir nehmen Anregungen gerne an", sagte Bergmann. Joachim Heber, Mitglied der Bezirksvertretung 5, sagte nach der Veranstaltung: "Die Zeiten ändern sich. Wenn die Gebäude einmal fertig sind, werden sich alle freuen."

(RP/anch)