Gerresheim Bahnhof mit Überraschungen

Gerresheim · Bei den Sanierungsarbeiten im denkmalgeschützten Gebäude wird die ursprüngliche Bausubstanz mit ihrem besonderen Charakter sichtbar. Das kann die künftige Nutzung beeinflussen. Das Konzept wird zurzeit erarbeitet.

Der alte Bahnhof Gerresheim ist schöner als erwartet. Nach dem Entfernen der abgehängten Decken kamen holzverkleidete Träger zum Vorschein und Rundbögen über den Eingängen. Und mit einer Höhe von 4,50 Meter, die die ehemaligen Wartesäle im Erdgeschoss aufweisen, "haben die Räume eine fantastische Atmosphäre", sagt Architekt Piet Neiser. Er hat den denkmalgeschützten Bahnhof gekauft und lässt zurzeit die nachträglichen Einbauten wie Zwischendecken oder Trennwände entfernen. "Die ursprüngliche Architektur des Gebäudes wird Stück für Stück freigelegt", erklärt er.

Der Charakter der Räume, der bei der Sanierung sichtbar wird, kann auch Impulse für die künftige Nutzung geben. "Die ehemaligen Wartesäle im Erdgeschoss sind gut für Künstler-Ateliers geeignet", meint Neiser. Gastkünstler in der Stadt könnten dort einige Monate arbeiten.

Fest steht auch, dass im Dachgeschoss Büros vermietet werden mit einer besonderen Atmosphäre: "Die alten Balken fürs Fachwerk bleiben und werden aufgearbeitet, nur schadhafte Füllungen werden ersetzt", erklärt Neiser. Er will möglichst auf das ursprüngliche Material zurückgreifen.

Museum der Mobilität

Die erste Etage ist für ein Museum vorgesehen, dessen Konzept der Förderkreis Industriepfad Düsseldorf-Gerersheim (FKI) entwickelt hat. "Es soll den Schwerpunkt Mobilität in der Gesellschaft haben", erläutert Peter Henkel vom FKI, der mit Neiser zusammenarbeitet. Schwerpunkte seien die Veränderungen in der Industrie, die Zuwanderung, die Entwicklung der Stadt durch den Verkehr und schließlich die Mobilität durch Ideen, etwa in der Werbewirtschaft. Der Förderkreis kümmert sich um die Finanzierung des Museums.

Auch Gerresheimer Vereine sind im Bahnhof willkommen. "Es gibt geeignete Räume für einen Bürgersaal für Veranstaltungen, Zusammenkünfte und auch kleine Ausstellungen, die Vereine nutzen können", erklärt Neiser. Und Gastronomie sei natürlich vorgesehen. Allerdings sei das Nutzungskonzept noch nicht festgelegt, die Beratungen mit Vereinen und privaten Interessenten seien noch im Fluss. "Eine Frage ist, ob in Kürze erst einmal eine vorläufige Nutzung möglich ist, damit der Bahnhof lebendig wird", so Neiser. In fünf Jahren etwa könnte dann der Bahnhof endgültig hergerichtet sein.

(RP)
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