1. NRW
  2. Städte
  3. Düsseldorf
  4. Stadtteile
  5. Angermund

Angermund: Studenten werben für Angermunder Biotop

Angermund : Studenten werben für Angermunder Biotop

Für den Naturschutz und die Arbeit der Jugend im Naturschutzbund (Nabu) Düsseldorf werben derzeit Studenten in einer großen Aktion in Düsseldorf. Sie wollen in Gesprächen Bürger für die Unterstützung von Naturschutzprojekten vor Ort begeistern. Besonderen Stellenwert haben dabei der Erhalt und die Betreuung des Feuchtgebiets "Nabutop" am westlichen Angermunder Baggersee. Das Biotop beherbergt eine hohe Artenvielfalt in der Tier- und Pflanzenwelt, sowie bedrohte Arten, die sich auf der Roten Liste wiederfinden.

2003 wurde das Projekt "Nabutop" aus der Taufe gehoben, eine Fläche an den Angermunder Baggerseen, die mit Unterstützung durch die Untere Landschaftsbehörde der Stadt für den Naturschutz gepachtet wurde. Das 15.000 Quadratmeter große Areal, davon sind 4000 Quadratmeter Flachgewässer, entstand beim Ausbaggern von Kies und ist als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen. Es bietet 30 Brutvogelarten eine Heimat, darunter der gefährdeten Nachtigall und dem Teichrohrsänger. Als Gastvögel wurden unter anderem Bekassine, Braunkehlchen, Kornweihe, Rotmilan und Waldwasserläufer beobachtet. Durch die Anbringung und Pflege von Nisthilfen werden seltene heimische Vogelarten wie Wanderfalke, Schleiereule und Steinkauz geschützt. Eine Kartierung der Amphibienbestände ergab eine erstaunliche Artenvielfalt. Unter anderem wurde eine beachtliche Population der bedrohten und daher auf der Roten Liste geführten Kreuzkröte festgestellt. Aber auch seltene Pflanzen wie Schwanenblume, Weiße Seerose, Blasensegge, Froschbiss und Kleiner Wasserschlauch wurden nachgewiesen. Alle diese Arten werden als gefährdet eingestuft.

Der größte Teil der Nabutop-Fläche wird sich selbst überlassen. Nur für Teile des Flachwasserbereiches wurde ein Pflege- und Entwicklungsplan erarbeitet, der vorrangig das Ziel verfolgt, Lebensraum für Amphibien, Libellen und Friedfische zu sichern und zu erhalten. Dafür wird das sonst abgeschlossene Gelände von den Nabu-Mitgliedern betreten. Der Pflegeplan, aber auch der Zustand des Geländes, wurde vom Vogelkundler Alfred Leisten in einer umfassenden Dokumentation festgehalten.

(brab)