RRX: In Düsseldorf-Angermund werden Lärmschutzwände um einen Meter erhöht

Rhein-Ruhr-Express : Höhere Lärmschutzwände in Angermund

Die Bahn will mehrere Wünsche des Stadtrats erfüllen. Dazu gehören auch breitere Unterführungen.

Die Schallschutzwände, die bei den Bauarbeiten für den RRX in Angermund errichtet werden, sollen von vier auf fünf Meter (gemessen aber der Schienenoberkante) erhöht werden. Damit kommt die Deutsche Bahn (DB) einem Beschluss des Stadtrats nach. Dieser hatte gefordert, dass Maßnahmen ergriffen werden sollen, mit denen nicht nur 80 Prozent der betroffenen Bürger, sondern 90 Prozent durch einen aktiven Schallschutz geschützt werden.  Insgesamt sind rund 1750 Wohneinheiten in Angermund vom Zuglärm betroffen. Wo der aktive Lärmschutz nicht ausreicht, sollen andere Maßnahmen wie Schallschutzfenster geprüft werden.

Insgesamt werden 3800 Meter Schallschutzwände beidseitig der Trasse gebaut und zwar beginnend 200 Meter südlich der Überanger bis auf der östlichen Seite der Trasse zur Stadtgrenze Duisburg und auf der westlichen Seite der Trasse bis 200 Meter hinter das Wohngebiet Bilckrath. Für die Gestaltung des Wände will die Bahn zusammen mit der Stadt einen Wettbewerb starten. Ob und an welchen Stellen dann transparente Elemente eingebaut werden, damit beispielsweise die Bahnsteige einsehbar sind, wird noch geprüft.

Die Bahn kündigt an, auch weitere Forderung des Rates erfüllen zu wollen. Dazu gehören die Vergrößerungen der Eisenbahnunterführungen an der Straße An den Kämpen und am S-Bahnhof Angermund. Gleichzeitig soll der Zugang barrierefrei und damit auch für Radfahrer nutzbar werden. Außerdem ist geplant, das Umfeld der Unterführungen besser zu gestalten, um den gesamten Bereich aufzuwerten. Die Brücke über die Angermunder Straße soll verbreitert werden und einen Weg zum Wohngebiet Bilckrath erhalten. „Wir sind zufrieden, dass unsere Kernforderungen aufgegriffen werden. Jetzt müssen die Details geklärt und in die Planungen aufgenommen werden“, sagt Klaus Lorenz aus dem Büro des Oberbürgermeisters.

Der aktuelle Planungsstand wurde gestern der Öffentlichkeit bei einem Bürgerdialog vorgestellt. Die Besucher konnten sich an verschiedenen Ständen zu Themen wie Grunderwerb und Schallschutz informieren. Auch der Verein Handwerk und Handel war vertreten, der transparente Elemente für Lärmschutzwände vorstellte, die Schall absorbieren können.  Die Initiative Angermund informierte über ihre Aktivitäten und bekräftigte, weiterhin für nachhaltigen Vollschutz gegen Lärm kämpfen zu wollen. Die Initiative hat dafür eine Klage beim Verwaltungsgericht Düsseldorf eingereicht, da sie davon ausgeht, dass für die Bahnstrecke durch Angermund Genehmigungen fehlen, diese als Schwarzbau errichtet wurde.

„Die Klage ist mir nicht bekannt“, erklärt Michael Kolle, Projektleiter des RRX. Er sieht den Bau des RRX aber durch solch eine Klage ohnhin nicht als gefährdet an. „Durch solche Phantasien gibt es keinerlei Planungsriskien, zumal sich das Planfeststellungsverfahren ohnehin auf sechs Gleise bezieht.“ Kolle rechnet damit, dass die Arbeiten 2024 in Angermund beginnen können.