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Östlich zur Lindung in Angermund soll bebaut werden

Bauprojekt : Bürger dürfen bei Planung mitreden

In Angermund kann eine Freifläche für den Bau von Wohnungen genutzt werden.

Die Verwaltung hat für den Stadtbezirk 5 (Kaiserswerth, Kalkum, Lohausen, Stockum, Angermund, Wittlaer) ein Konzept entwickelt, an welchen Stellen Freiflächen vorhanden sind, die bebaut werden könnten und in welcher Reihenfolge eine Umsetzung sinnvoll wäre. Darunter war auch der östliche Teil an der Straße Zur Lindung in Angermund. Das 4,5 Hektar große Areal soll nun rasch entwickelt werden. „Ziel ist eine Abrundung des Siedlungsrandes unter Berücksichtigung vorhandener Grünstrukturen“, heißt es in der Verwaltungsvorlage.

Bevor das Bebauungsplanverfahren startet, sollen die Bürger aber mitreden dürfen. Sie sollen bei einer extern geleiteten Workshop-Reihe beispielsweise zu den Themen verkehrliche Erschließung, Freiraum und Wohntypologien arbeiten. „Es ist beabsichtigt, den Teilnehmern des Workshops die Möglichkeit zu bieten, sich unterschiedliche Gebäudetypen auf einem Arbeitsmodell anzusehen und aktiv das künftige Ortsbild mitzugestalten“, sagt die Verwaltung. Im Anschluss wird das Stadtplanungsamt aufbauend auf den Ergebnissen des Workshops verschiedene Konzepte erarbeiten, die dann erneut mit den Bürgern diskutiert werden.

Ziel ist die Entwicklung eines aufgelockerten Wohngebietes mit einer Kita oder Großtagespflege. Auf einer Teilfläche plant ein Privateigentümer zudem eine Seniorenwohnanlage. Ob diese dort realisiert werden kann, wird ebenfalls beim Workshop geprüft. Im Plangebiet befindet sich eine 2016 errichtete Flüchtlingsunterkunft, die eine Laufzeit bis 2020 hat. „Je nachdem, wie lange das Planverfahren dauert, kann eine Verlängerung in Betracht gezogen werden“, sagt die Verwaltung. Grundsätzlich soll der Standort aber aufgegeben werden.

Die Mitglieder der Bezirksvertretung 5 stimmten zwar der geplanten Workshop-Reihe zu, forderten, wie bereits bei anderen Bauprojekten im Düsseldorfer Norden, dass ein vernünftiges Verkehrskonzept erstellt werden soll, bevor neue Verkehre durch neue Bewohner entstehen. Kritik kam auch von der Initiative Angermund.

„Ein Blick auf den Lageplan zeigt, dass die Stadt erneut eine Fläche in unmittelbarer Nähe zu den ungeschützten und dicht befahrenen Gleisen gewählt hat“, sagt die Vorsitzende der Initiative Elke Wagner. Das sei ein Unding. Zudem kritisiert der Verein, dass schon heute dringend benötigte Infrastruktur fehle. „Der geplante Zuzug von offenbar tausenden Neu-Angermundern, wird das Problem noch deutlich verschärfen. Hinzu kommt, dass mit diesen Plänen der eher ländliche Charakter des Stadtteils Angermund wohl Schritt für Schritt ausgehöhlt werden soll“, so die Inititative.