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Kritik an den fünf Meter hohen Lärmschutzwänden in Düsseldorf Angermund.

Bau des RRX in Düsseldorf : So hoch werden die Schallschutzwände in Angermund

Ein Neubau am Bahnhof verdeutlicht, wie hoch die mehrere Kilometer lange Wand werden soll. Diese wird mitten durch den Ort führen.

In Angermund sind rund 1750 Wohneinheiten vom Zuglärm betroffen. Für den Ausbau des RRX sollen deshalb rund 3800 Meter Schallschutzwände beidseitig der Trasse gebaut werden – auf der östlichen Seite beginnend 200 Meter südlich der Überanger bis zur Stadtgrenze Duisburg und auf der westlichen Seite der Trasse bis 200 Meter hinter dem Wohngebiet Bilckrath. Die Wände werden eine Höhe von fünf Metern erhalten, gemessen ab der Schienenoberkante.

„Die kilometerlangen Mauern werden Angermund unwiderruflich in zwei Teile zerschneiden und deshalb jeden Städteplaner erschaudern lassen“, warnt Elke Wagner von der Initiative Angermund. Diese kämpft schon seit Jahren für eine Einhausung der Schienen und hat dafür selbst mehrere Varianten erarbeitet, die aber abgelehnt wurden. Der Grund: Eine Art Tunnel sei zu teuer und zudem nicht realisierbar.

Wie die geplanten Schallschutzwände wirken werden, können sich die Angermunder mit Hilfe des Neubaus für eine Aldi-Filiale am Angermunder Bahnhof verdeutlichen. Nach Berechnungen der Bürgerinitiative entspricht die Höhe des neuen Gebäudes in etwa der Höhe der geplanten Lärmschutzwände der Deutschen Bahn. „Jetzt hat jeder die Chance, ganz plastisch zu sehen, welches städtebauliche Desaster in Angermund droht, sollte sich die Deutsche Bahn mit ihren Plänen durchsetzen, kilometerlange Mauern mitten durch Angermund hochzuziehen. Der Supermarkt, über dessen Höhe und Wuchtigkeit sich die Angermunder aufregen, ist dann nur noch Peanuts“, sagt Wagner. Die Initiative hat nun 2000 Briefe an die Haushalte verteilt und die Bürger aufgefordert, sich die Situation anzuschauen. „Dann kann keiner später sagen, er hätte das nicht gewusst.“

Auch der Bau des Discounters war mehrere Jahre kontrovers diskutiert worden. Die Interessengemeinschaft „Herz für Angermund“ hatte mehr als 1000 Unterschriften gegen die Pläne gesammelt. Befürchtet wurde unter anderem, dass ein weiterer Discounter – es gibt bereits einen Lidl-Markt am westlichen Ortsrand – den Fortbestand des vorhandenen Lebensmittelmarktes im Ortszentrum gefährden könnte. Auch wurde das geplante Gebäude als zu massig empfunden. Es sei in der Nähe eines Kindergartens und der evangelischen Kirche zudem deplatziert. „Es zeigt sich wieder einmal, wie wichtig es ist, bei Neubauvorhaben Wert auf städtebauliche Qualitäten zu legen. Dies kommt in Angermund bislang viel zu kurz“, sagt Wagner.