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Angermund: Ein zweiter Discounter für Angermund

Angermund : Ein zweiter Discounter für Angermund

Sieben Jahre wurde über die Ansiedlung eines weiteren Supermarktes diskutiert. Nun soll ein Discounter neben dem Bahnhof gebaut werden. Einige Angermunder favorisieren jedoch einen anderen Standort im Ortskern.

Nun ist es beschlossen. In Angermund kann ein weiterer Discounter gebaut werden. Die Bezirksvertretung 5 hat dem entsprechenden Bebauungsplan-Entwurf zugestimmt. Das rund 1,6 Hektar große Areal vor dem Angermunder S-Bahnhof, das zurzeit aus einer Brachfläche und einem Park-&-Ride-Parkplatz besteht, kann jetzt umgestaltet werden. Dort soll ein Discounter angesiedelt werden, um die Versorgungslücke in Angermund zu schließen.

Die Erweiterung des Nahversorgungsangebotes wird im Rahmenplan Einzelhandel als notwendig festgeschrieben und von vielen gewünscht. Allerdings nicht an dieser Stelle. Befürchtet wird, dass ein weiterer Discounter - es gibt bereits einen Lidl-Markt am westlichen Ortsrand - den Fortbestand des vorhandenen Lebensmittelmarktes in Ortszentrum gefährden könnte. Das würde der von allen Seiten gewünschten Stärkung des Ortskerns entgegen wirken. Ein 2010 erstelltes Gutachten befürwortet ebenfalls als erste Priorität bei der Entwicklung der Nahversorgung die Erweiterung des bestehenden Supermarktes im Ortskern. Da dafür aber kein Platz ist, wurde als zweite Priorität der Standort am Bahnhof festgelegt.

"Dieser liegt in der Nähe des Zentrums, zudem mittig im Ort, ist gut angebunden und gut erreichbar", sagt die Verwaltung. Hinzu kommt, dass das freie Areal im Stadtteil Angermund nicht für andere Nutzungen wie Wohnbebauung oder ein Seniorenheim geeignet ist. Das Gutachten bescheinigt aber auch, dass der Bedarf in Angermund so groß ist, dass ein neuer Discounter und auch durchaus ein erweiterter Supermarkt nebeneinander existieren könnten.

Das lässt wieder die alte Diskussion um das große freie Grundstück an der Wiese am Fettpott mitten in Angermund aufleben. Das Grundstück muss eigentlich als natürliches Überschwemmungsgebiet für den Hochwasserschutz freigehalten werden, wurde deshalb bislang nicht verplant. Die Düsseldorfer Baudezernentin Cornelia Zuschke kann sich zwar vorstellen, dass das Areal entwickelt wird, sie will die Fläche aber auf keinen Fall "zuknallen", diese vollständig verschließen. "Der Freiraum ist eine wichtige Zäsur und ein wichtiges Bachtal", sagt Zuschke.

Andrea Lindenlaub, Vorsitzende der Interessengemeinschaft Handwerk und Handel Angermund, geht aber davon aus, dass ein kreativer Architekt in der Lage sei, die Besonderheiten des Grundstückes zu berücksichtigen. "Eine Bebauung an dieser Stelle täte Angermund einfach gut, denn dadurch würden die Ortsteile besser zusammen wachsen. Bislang ist dort immer noch ein Bruch. Wir wollen auch nichts zubauen, sondern an dieser Stelle etwas, das zum Charakter von Angermund passt", sagt Lindenlaub.

Die Vorsitzende der Interessengemeinschaft Handwerk und Handel Angermund hält es auch im Hinblick auf die Entwicklungen in der Nachbarstadt Duisburg - dort soll im Süden ein großer Supermarkt gebaut werden - für sehr wichtig, die Kaufkraft vor Ort zu stärken. "Die Wiese am Fettpott biete zudem die Möglichkeit einen Ortsmittelpunkt zu schaffen. Der fehlt noch in Angermund", sagt Andrea Lindenlaub.

Das sei auch nicht nur ihr persönlicher Wunsch: Umfragen unter den Mitgliedern der Interessengemeinschaft hätten diesen Wunsch ebenso gezeigt.

(brab)