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Angermund: Ein Kreuz erinnert an die Pest im 17. Jahrhundert

Angermund : Ein Kreuz erinnert an die Pest im 17. Jahrhundert

In Angermund raffte die Seuche zwischen 1665 und 1666 rund ein Drittel der damaligen Bevölkerung dahin.

An vielen öffentlichen Orten wurden im Laufe der Jahrhunderte Kreuze aufgestellt. Die Beweggründe dafür sind unterschiedlich. In einer Serie stellt die RP einige dieser Kreuze vor.

Ein erst im Jahr 1979 errichtetes Steinkreuz auf einer großen Stele erinnert an einen tragischen Abschnitt der Angermunder Geschichte. In den Jahren 1665 und 1666 wütete in dem Ort eine verheerende Pestepidemie, der rund ein Drittel der damaligen Bevölkerung zum Opfer fiel. Begraben wurden die rund 200 Toten auf einer Wiese, die danach nur noch die Pestwiese hieß. Später wurde dort eine kleine Kapelle erbaut, die dem Heiligen Rochus, dem Schutzpatron gegen Seuchen, geweiht wurde. Alljährlich führten am Rochustag, 16. August, Prozessionen zur Kapelle.

Diese wurde aber 1973 abgerissen, um Platz für einen Fahrradweg zu schaffen. Die Angermunder wollten aber weiterhin an diesen historischen Ort erinnern und so errichtete die Pfarrgemeinde dort eine Stele, die von einem Kreuz gekrönt wird. Geschaffen wurde die sogenannte Pestsäule vom Ratinger Bildhauer Friedel Lepper, von dem viele Werke in Ratingen zu finden sind.

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An der rund vier Meter hohen Stele sind mehrere Reliefplatten befestigt, die den Heiligen Rochus als Helfer der Pestkranken zeigen. Abgebildet sind auch noch die Muttergottes und die Heilige Agnes, der Heilige Sebastian und Engelbert. Eine Inschrift erinnert zudem an die alte Kapelle aus dem 17. Jahrhundert, die später von den Bürgern an anderer Stelle originalgetreu nachgebaut wurde.

Inzwischen steht die Säule auch nicht mehr alleine auf der Pestwiese. Trotz Protesten der Bürger wurde die historische Grabstätte 2006 mit Wohnhäusern bebaut. Einmal im Jahr wird sie aber in einer Prozession der Gemeinde St. Agnes mit einbezogen. "Am Dreifaltigkeitssonntag ziehen wir dann durch Angermund und halten inne und sprechen ein Gebet an der Rochusstele", sagt Hermann-Josef Rittermeier, Mitglied im Kirchenvorstand.

(brab)