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Düsseldorf: Probleme am Angermunder Baggersee werden mit Sofortmaßnahmen angegangen

Gewässer in Düsseldorf : Wie die Probleme am Angermunder See gelöst werden sollen

Die Probleme rund um den Angermunder Baggersee im Düsseldorfer Norden sollen jetzt mit einigen Sofortmaßnahmen angegangen werden. Uneinigkeit herrscht weiterhin beim Umgang mit dem Badeverbot.

Nach einer umfangreichen Diskussion in der Bezirksvertretung 5 (BV) ist mit den Stimmen der CDU und mehreren Grünen den von der Verwaltung erarbeiteten Sofortmaßnahmen zur Behebung der Probleme rund um den Angermunder Baggersee zugestimmt worden.

Zu den Maßnahmen gehören unter anderem Durchfahrtsbeschränkungen, die Unterstützung von ehrenamtlichen Müllsammelaktionen und die verstärkten Kontrollen vor Ort und von Halteverbotszonen.

Die anderen Mitglieder der BV begrüßten zwar ausdrücklich, dass nun endlich Konzepte erstellt wurden, sie kritisierten aber vor allen Dingen, dass zu den Sofortmaßnahmen auch die Durchsetzung eines Badeverbotes gehört. Benjamin Tscholl (SPD) beispielsweise befürchtet, dass der Ordnungs- und Servicedienst (OSD) sich dann nur um Badegäste und nicht mehr um den Partytouristen kümmern wird. „Das geht in die falsche Richtung, denn nicht das Baden ist ein Problem“, sagt Tscholl.

Gartenamtsleiterin Doris Törkel machte aber deutlich, dass bereits ein Badeverbot für den Angermunder Baggersee besteht. So wird nach dem Landeswassergesetz automatisch eine Badenutzung an künstlichen Gewässern ausgeschlossen. Nicht die Politik, sondern die Wasserbehörden können deshalb nur die Zulassung an Baggerseen erteilen. Wird Baden erlaubt, gelten die Regeln der Verkehrssicherungspflicht. Dazu gehören etwa die Kontrollen der Wasserqualität und die Beaufsichtigung des Badebetriebs.

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Eine Änderung der Nutzung muss zudem mit dem Flughafen abgestimmt werden, denn diese könnte auch Auswirkungen auf die dort lebenden Vögel haben. So wird das sogenannte Vogelschlaggutachten schon seit Jahren als Argument gegen eine Badenutzung angeführt. Die darin enthaltenen Empfehlungen sind Bestandteil der Betriebsgenehmigung des Flughafens.

„Bereits Tiere mit einem Gewicht von 80 Gramm können Düsenflugzeugen gefährlich werden“, sagt der Vogelschlag-Beauftrage des Flughafens, Michael Henning. Besonders die großen Wasservögel wie Gänse würden ein erhebliches Sicherheitsrisiko darstellen und könnten zudem hohe finanzielle Schäden verursachen. „Ein Vogel kann ein Triebwerk, das bis zu 21 Millionen Euro kostet, zerstören“, sagt Henning.

Die Einordnung, ob ein Badebetrieb nun positive oder negative Auswirkungen haben würde, ist schwierig. Einerseits verscheuchen Badegäste die Tiere. Diese können dann aber möglicherweise zu den Seen, die noch näher zum Flughafen liegen, ausweichen.

Vor 20 Jahren etwa haben rund 500 Kormorane den Lichtenbroicher Baggersee bewohnt. Henning kündigt an, dass nun ein neues Gutachten erstellt wird, und darin soll besonders auch die Situation am Angermunder Baggersee beleuchtet werden.

Im Herbst möchte die Verwaltung überprüfen, ob die Sofortmaßnahmen gewirkt haben. Die Bezirksvertretung fordert, dass dann auch die Rückmeldungen von Nutzern und Anwohnern einfließen und die Ergebnisse der BV vorgestellt werden.