Angermunder sorgen sich um die Entwicklung ihres Stadtteils.

Stadtentwicklung : Bürger sollen bei Wohnbebauung mitreden

Baudezernentin Cornelia Zuschke hat sich in Angermund Fragen zur städtebaulichen Entwicklung des Ortes gestellt.

Angermund konnte lange seinen dörflichen Charakter erhalten. Deshalb kämpfen die Bürger hier auch engagiert gegen Veränderungen. Sie befürchten, dass die vielen neuen Wohnbauprojekte das Erscheinungsbild negativ prägen und die Infrastruktur an ihre Grenzen bringen werden. „Es brodelt. Wir haben alles etwas auf der Seele, das wir loswerden wollen“, meinte eine Angermunderin. Sie war mit rund 200 anderen Bürgern am Samstag der Einladung des CDU-Ortsverbandes zum „Angermunder Dialog“ gefolgt, bei dem Fragen an die Planungs- und Verkehrsdezernentin Cornelia Zuschke zur weiteren städtebaulichen Entwicklung des Stadtteils gestellt werden konnten.

Zuschke zeigte zunächst ein von der Verwaltung in enger Absprache mit der Politik erarbeitetes Perspektivpapier, in dem Flächen im Düsseldorfer Norden ausgewiesen werden, auf denen gebaut werden könnte. Darunter auch fünf Areale in Angermund. Auch wird in dem Papier festgehalten, in welcher Reihenfolge eine Umsetzung sinnvoll wäre. „Das bedeutet aber nicht auch automatisch, dass dort gebaut, beziehungsweise die gesamte Fläche bebaut werden muss“, betonte Zuschke. Als Beispiel führt sie das Areal südlich Auf der Krone an, für das es zurzeit keinerlei Aktivitäten oder verfügbare Flächen gebe. Ebenso wie rund um die Straße Pannschoppen. „Hier können Sie sich beruhigt entspannen“, sagte Zuschke. Sie machte klar, dass für alle Vorhaben zudem politische Beschlüsse und ein Bebauungsplanverfahren notwendig seien. Bevor ein Bebauungsplanverfahren startet, sollen die Bürger aber mitreden dürfen. Sie sollen bei einer extern geleiteten Workshop-Reihe beispielsweise zu den Themen verkehrliche Erschließung, Freiraum und Wohntypologien arbeiten. Im Anschluss wird das Stadtplanungsamt, aufbauend auf den Ergebnissen des Workshops, verschiedene Konzepte erarbeiten, die dann erneut mit den Bürgern diskutiert werden. Erstmals wird diese Bürgerbeteiligung zum Areal östlich der Straße Zur Lindung stattfinden, das kurzfristig entwickelt werden soll.

Fragen nach Zeitplänen, Anzahl der geplanten Wohneinheiten in Angermund und deren Gestaltung konnte die Baudezernentin nicht beantworten. „Die Inhalte sind noch nicht festgelegt, müssen erst noch diskutiert werden.“ Gleichwohl machen sich die Bürger jetzt schon Sorgen darüber, dass die Infrastruktur wie Schulen und Kindergärten für die vielen neuen Bewohner nicht ausreichen wird. Zudem sehen sie Probleme bei der Abwicklung der Verkehre rund um die neuen Wohngebiete. Die Zufahrtsstraßen beispielsweise zu den Siedlungen an der Wacholderstraße und Zur Lindung seien jetzt schon überlastet und besonders für die Kinder auf dem Weg zur Schule oder zum Kindergarten dadurch zu gefährlich. Die Bezirksvertretung 5 hatte deshalb auch angekündigt, dem Vorhaben Zur Lindung nicht zuzustimmen, solange kein durchdachtes Verkehrskonzept von der Verwaltung vorgelegt wird.

Ein kleinräumliches Verkehrskonzept für den Düsseldorfer Norden sei in Arbeit, erklärt Zuschke. „Noch kann ich aber keine Lösungen anbieten, die Verkehrsprobleme sind verdammt schwer und zum Teil festgefahren.“ In diesem Zusammenhang sprach die Verkehrsdezernentin auch die Probleme rund um die U79 an. „Die Ausfälle und Verspätungen sind sehr ärgerlich und wir müssen jetzt schauen, ob eine teilweise Abbindung von Duisburg für eine größere Taktdichte und Pünktlichkeit sorgen kann.“