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Urteil in Düsseldorf: Kneipenschläger muss ins Gefängnis

Urteil in Düsseldorf : Kneipenschläger muss ins Gefängnis

Eine Prügelei in Garath fand nach einem halben Jahr ihr vorläufiges Ende vor Gericht. Immer noch nicht klar ist das Motiv des Beschuldigten.

Mit fünf Jahren Haft wegen versuchten Totschlags hat das Landgericht am Dienstagmittag einen 38 Jahre alten Kneipenschläger aus Garath belegt. Im Urteil blieb das Schwurgericht damit allerdings noch ein Jahr unter dem Strafantrag des Staatsanwalts.

Zu Prozessbeginn in der Vorwoche hatte der Angeklagte eingeräumt, frühmorgens im September 2019 in einem Garather Lokal einen anderen Gast (54) mit einem hölzernen Stuhl und einem Tisch attackiert und durch wiederholte Schläge auf den Kopf massiv verletzt zu haben. Das Motiv dafür konnte im Gerichtsverfahren allerdings nicht geklärt werden.

Auch das Opfer, das durch den Angriff eine gebrochene Nase, ein zertrümmertes Schlüsselbein und multiple Verletzungen am Kopf erlitten hatte, hatte keine Erklärung für die plötzliche Attacke des 38-Jährigen. Der Angeklagte habe wohl „Streit gesucht“, vermuteten Zeugen. Der Angreifer von damals berief sich jetzt darauf, er könne sich „nur teilweise“ überhaupt an das Geschehen erinnern. Eine Blutprobe bei ihm ergab damals noch eine Stunde nach der Tat einen Alkoholwert von 2,13 Promille.

Ein Zeuge hatte den Angreifer damals zu stoppen versucht und erklärt: „Hör’ auf, du bringst ihn noch um!“ Darauf habe der Angeklagte nur erwidert, das sei ihm „auch egal“. Dadurch gingen der Staatsanwalt und auch die Richter jetzt von versuchtem Totschlag aus sowie von gefährlicher Körperverletzung, weil der Angeklagte den Tod des anderen Gastes zumindest in Kauf genommen habe. Zumal der Angeklagte sein Opfer auch noch mit Schlägen traktiert hatte, als der 54-Jährige am Boden lag und sich nicht mehr rührte.

Ein weiteres Verfahren gegen den Kneipenschläger, der vier Monate später bei anderer Gelegenheit mehrere Polizisten übel beleidigt und bedroht haben soll, wurde im Hinblick auf das Hafturteil wegen versuchten Totschlags dann eingestellt.