Thorsten Fleiß, neuer Chef der Polizeiinspektion Mitte Düsseldorf, im Porträt

Personalie bei der Polizei Düsseldorf : Das ist der neue Chef der Polizeiinspektion Mitte

Sein Revier kennt er schon: Thorsten Fleiß ist verantwortlich für die Polizei im Linksrheinischen, der Altstadt, Stadtmitte und Oberbilk. Hier war er schon bis 2017 im Einsatz.

Erste Tage können stressig sein: Man findet das richtige Büro nicht, kann so schnell nicht alle neuen Namen lernen und wie die Kaffeemaschine funktioniert, ist noch ein Geheimnis. Thorsten Fleiß hat diese Probleme nicht. Für ihn war der Neuanfang in der Polizeiinspektion (PI) Mitte „wie nach Hause kommen“, sagt er. Von 2014 bis 2017 war er bereits Leiter der Führungsstelle der PI Mitte. Dann wechselte er ins Innenministerium. Nun ist er zurück und folgt auf Jürgen Bielor, der im Dezember nach sechs Jahren Leitung der PI Mitte in den Ruhestand ging.

Er habe seinen ehemaligen Chef sehr geschätzt und viel von ihm gelernt, sagt Fleiß. Bei den Jonges war Bielor sein Baas – Fleiß ist Mitglied der Tischgemeinschaft Reserve, wie auch Polizeichef Norbert Wesseling. Er koste das gesamte kulturelle Leben Düsseldorfs gern aus, sagt Fleiß: Fortuna-Dauerkarte, regelmäßige Besuche im Savoy-Theater und der Oper. „Ich wohne gerne in Düsseldorf – schon seit meiner Erstverwendung“, sagt er und meint: schon so lange, wie er Polizist ist. Auch privat besuche er gern „Veranstaltungslagen“.

In der PI Mitte kommen einige solcher Lagen auf ihn zu. Der polizeilich wohl signifikanteste Teil seines neuen Reviers ist die Altstadt, wo praktisch jedes Wochenende eine „Veranstaltungslage“ zu bewältigen ist. Neben den Kräften der Altstadtwache an der Heinrich-Heine-Allee, die im gleichen Gebäude wie die Polizeiinspektion sitzt, arbeitet daran regelmäßig eine zusätzliche Hundertschaft der Bereitschaftspolizei des Landes. Die werde, so Fleiß, auch langfristig weiter gebraucht.

Die sehr angespannte Personallage zu managen, werde einer seiner Schwerpunkte sein. „Wir müssen die Arbeitsprozesse optimieren und überlegen, wo wir Technik einsetzen oder Verwaltungsangestellte die Aufgaben von Polizeibeamten übernehmen können.“ Trotzdem: Wo Polizei draufstehe, müsse auch Polizei drin sein. Die Grundbesetzung sei immer gegeben. Eng werde es eher bei den Sonderaufgaben, wie dem Spezialeinsatztrupp Prios („Präsenz und Intervention an Brennpunkten und offenen Szenen“), der Fahrrad- oder der Kradstaffel.

Neben dem Brennpunkt Altstadt, der laut Polizeipräsident Wesseler bundesweit beobachtet wird, muss sich Fleiß um extrem unterschiedliche Milieus kümmern: Im Linksrheinischen seien viele neue Wohngebiete entstanden, auch viele Unternehmensansiedelungen. „Gerade die Besitzer hochwertiger Eigenheime haben ganz spezielle Sicherheitsbedürfnisse.“ Er spielt natürlich auf Einbrüche an. Stadtmitte hat mit dem Bahnhofsvorplatz ebenfalls einen Kriminalitäts-Hotspot: „Da ist immer die Frage: Wie geht es mit der Drogenkriminalität weiter?“ Und in Oberbilk mit seiner kulturellen Vielfalt sei viel polizeiliches Fingerspitzengefühl vonnöten.

Er übernehme eine sehr gut aufgestellte Inspektion, sagt Fleiß. „Die Aufgaben werden wir aber nur im Schulterschluss mit anderen Institutionen der Stadt schaffen.“ Er sei von früher noch gut vernetzt, beispielsweise mit den Altstadtwirten, aber auch mit dem Arbeitskreis Großveranstaltungen, den Konsulaten, den Bezirksvertretungen oder auch dem Brauchtum. Stolz verkündet Fleiß, auch dieses Jahr wieder werde das Prinzenpaar die Altstadtwache besuchen.

Der 45-jährige Fleiß ist verheiratet und hat zwei Kinder. Den Polizeidienst habe er seit 1991 „von der Pike auf“ gelernt, sagt er. „Als Schutzpolizist habe ich jede Funktion durchlaufen, von der Streife bis zum Wachdienstführer.“ Nach einer Zeit in Köln und Bonn wechselte er im Jahr 2014 in die Altstadtwache unter Bielor.

In seiner Zeit in der Polizeiinspektion Mitte hat er als stellvertretender Projektleiter das neue Gebäude der Polizei mitgeplant. „Jede Wand ist in meinem Büro eingezeichnet worden.“ Allerdings war er bisher nie in den Genuss gekommen, in der neuen Altstadtwache zu arbeiten: 2017 wurde er ins Innenministerium berufen, wo er neben anderen Technikprojekten die bundesweite Koordination der Weiterentwicklung des Digitalfunks übernahm.

Thorsten Fleiß ist noch nicht am Ende seiner Karriere angekommen. Er wolle sicher – und das werde wahrscheinlich auch klappen – in der PI Mitte an seinem nächsten Stern arbeiten, verriet Polizeipräsident Norbert Wesseler bei Fleiß’ Vorstellung. Aus dem Polizeioberrat würde dann ein Polizeidirektor. Der hoffentlich trotzdem der PI Mitte eine ganze Weile erhalten bliebe.