Altstadt: Streikt die Technik, machen die Jecken das Programm

Altstadt: Streikt die Technik, machen die Jecken das Programm

Eine große Karnevalsparty, bei der kein Eintritt verlangt wird: Das gibt es in der Stadt nicht oft. Die KG Onger Ons zeigt sich jedes Jahr jeckenfreundlich und lädt alle ins Schlösser-Zelt auf dem Burgplatz zum gemeinsamen biwaken ein. Entsprechend voll ist das Zelt auch am Samstag. Verkleidete und Gäste in zivil feiern, tanzen und singen ausgelassen. "Ich bin eigentlich nicht sehr karnevalistisch", sagt Beatrice Wengeler, die nicht verkleidet ist. "Aber hier kann man Karnevals-Luft schnuppern und wieder gehen, wenn man genug hat." Eine Aufgabe müssen die Gäste für das Gratis-Feiern aber erfüllen. "Trinkt ordentlich Bier und esst, damit wir auch nächstes Jahr bei freiem Eintritt feiern können", bitten die Moderatoren Udo Ebenstreit (Ex-Präsident) und Pascal Driesch (Azubi zum Präsidenten).

Mit der großen Diskokugel und den bunten Lichtern gleicht die Karnevalsveranstaltung einer Party. Familien mit Kindern warten im Zelt auf den Kinderumzug am Rathaus. Asiatische Touristen gehen mit der Kamera auf die Suche nach den jecksten Motiven.

Die Tanzgarde Onger Ons begeistert genauso wie die verschiedenen Garden der Rheinstars. Zwischendurch hat der Veranstalter mit der Technik im Zelt zu kämpfen. Die Leinwand funktioniert nicht, darum drängen sich die Zuschauer eng um die Bühne, um die Künstler sehen zu können. Die, die zu weit weg sind, amüsieren sich mit eigenen Tanzeinlagen. Auch Sänger Jens Lier ist mit der Technik nicht zufrieden. Da das Playback nicht funktioniert, bricht er seinen Auftritt ab. Vielleicht hat der Düsseldorfer Karnevals-Gott verhindern wollen, dass am Burgplatz ein Lied aus der verbotenen Stadt ertönt. Am Nachmittag kommt Lier dann mit seiner Lebensgefährtin Andrea Stein zurück auf die Bühne. "Ich probiere es noch mal. Ich bin ja flexibel."

(nes)
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