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Eine Führung mit Manes Meckenstock durch die Altstadt von Düsseldorf.

Serie Stadtteil-Führungen : Mit Manes unterwegs zu den Dorfschönheiten

Warum sich Beuys mit Johannes Rau gestritten hat, wieso eine Katze am Lokal Zum goldenen Einhorn hinauf klettert und wer im Schlossturm spukt, das sind nur einige der Geheimnisse, die bei einer Führung gelüftet werden.

Manes Meckenstock weiß genau, wen er nicht bei einer seiner Führungen dabei haben möchte: gelangweilte Kinder und Jugendliche, Nörjel-Elsen und Knütterbühdel und verzogene, dauerkläffende Tussi-Tölen. Solch eine Ansage kann sich der Kabarettist, Moderator und Autor leisten, denn seine Altstadtführungen mit dem poetischen Namen „Dorfschönheiten“, die er seit 15 Jahren anbietet, sind immer restlos ausverkauft. 60 Führungen macht Meckenstock pro Jahr, vor Corona mit 30 Personen, zurzeit mit 14 Teilnehmern.

Ein weiterer Vorabhinweis von Meckenstock ist aber mindestens genauso wichtig. „Die Führung ist rheinisch-rustikal und derb-deftig – empfindsame Gemüter könnten Anstoß nehmen“, sagt er. Und das ist keine Koketterie. Meckenstock nennt die Dinge beim Namen, wird dabei aber keineswegs zotig. Wenn es schlüpfrig werden könnte, wechselt er geschickt in den rheinischen Dialekt. Da hört sich doch alles gleich um so vieles netter an. Auf unterhaltsame Weise vermischt er die große Stadtgeschichte mit privaten Histörchen, und davon gibt es reichlich, schließlich ist der Künstler Düsseldorfer in der sechsten Generation. „Ich werde euch nicht mit unnützen Informationen zuschmeißen, sondern ihr werdet eine unterhaltsame Führung mit fundiertem historischem Kern erleben“, verspricht er zu Beginn der dreistündigen Tour durch die Altstadt.

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Seine Liebe zur Heimatstadt merkt man Meckenstock an. Geradezu wütend wird er, wenn er von Bausünden der Vergangenheit und Klüngeleien der Obrigkeit erzählt. Und so bekommen viele und vieles im Laufe der Führung ihr Fett weg. Wobei Meckenstock nicht einfach losdonnert, sondern seine Abneigungen durchaus begründet und kabarettistisch präsentiert.

Kritisiert werden beispielsweise der einstige Oberbürgermeister Josef Kürten, der vielfach alte Bausubstanz zerstörte, der Düsseldorfer Kräuterlikör Killepitsch, mit dem Meckenstock persönlich leidvolle Erfahrungen gemacht hat und die früheren Wirte der Traditionsbrauerei Uerige, die laut Meckenstock echte „Stinkstiwwel“ waren. Meckenstocks Opa hatte dort gekellnert, der Kabarettist selber im „Zum goldenen Einhorn“ auf der Ratinger Straße, bis in die 1970er Jahre noch der Altstadt-Puff.

Das Einhorn ist nach dem Start am Ratinger Tor der zweite Stopp der Führung und dort werden die Teilnehmer auf die vielen Symbole an den alten Häuserfronten aufmerksam gemacht, mit deren Hilfe sich die Analphabeten früher orientieren konnten. Die Fronten sind ansonsten meist schmucklos, da die Düsseldorfer Kurfürsten versuchten, Gelder über eine Stucksteuer einzutreiben. Daraufhin schlugen die meisten Besitzer die prachtvollen Verzierungen von den Fassaden ab.

 Am alten Düsseldorfer Rathaus vorbei geht es zur Lambertuskirche, wo sich Meckenstock köstlich über Honoratioren der Stadt amüsiert, die zum Haupteingang hinein gehen, sich zeigen, um dann klammheimlich durch den Nebeneingang zu verschwinden. Dort erläutert Meckenstock unter anderem, auf welch unrühmliche Weise die Düsseldorfer zu ihrem Stadtheiligen gelangt sind und warum das Kirchturmdach so schief ist. Es folgt ein ausführlicher Halt am Stadterhebungsdenkmal von Bildhauer Bert Gerresheim. Dort weiß der Stadtführer zu berichten, dass man einen Wunsch frei hat, wenn man die Nase des Bergischen Löwen dreimal reibt. „Allerdings nur, wenn man danach elf Minuten die Schnüss hält, und welcher Rheinländer kann das schon?“

Weitere Stopps macht Meckenstock am Schlossturm, an der Rheinuferpromenade und am Marktplatz mit der Statue von Jan Wellem, zu der der Kabarettist köstliche Anekdoten aber auch handfeste Informationen kennt. Die unterhaltsame und amüsante Führung endet schließlich im Spee’schen Garten, wo noch einmal interessante Historie mit persönlichen Geschichten und Ansichten von Meckenstock auf einmalige Weise vermischt präsentiert werden.