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Düsseldorf: Friedensaktion mit 1000 Papierkranichen für Hiroshima

Friedensaktion in Düsseldorf : 1000 Kraniche vom Burgplatz nach Hiroshima

Künstler Tadeusz Malachowski-Cremer erinnert mit der Aktion jedes Jahr an den Atombombenabwurf vor 77 Jahren. Die Geschichte der Origami-Kraniche hat ihn sehr berührt.

Tadeusz Malachowski-Cremer ist betrübt. Normalerweise ist er ein fröhlicher Mensch, doch die Unwissenheit vieler, vor allem jüngerer Mitbürger über das, was am 6. und 9. August 1945 geschah, erschreckt ihn. „An diesen Tagen sind die Atombomben über Hiroshima und Nagasaki abgeworfen worden“, sagt der Künstler. „Das sollte eigentlich jeder wissen.“

Um das Wissen über das Unfassbare, das vor 77 Jahren in Japan geschah, weiterzugeben, stellt sich Malachowski-Cremer seit vielen Jahren am 6. August in Düsseldorf auf die Straße und faltet Papierkraniche mit jedem, der mitmacht. An diesem Wochenende hatte er sich den Burgplatz ausgewählt.

In der Zeit, in der vor 77 Jahren die Bomben fielen, will er jeweils 1000 Papierkraniche falten. Seinen Ursprung hat dieses Ziel in der Geschichte von Sadako Sasaki, einem Mädchen, das als Zwölfjährige das Atombomben-Inferno in Hiroshima überlebte, aber strahlengeschädigt an Leukämie erkrankte. Eine japanische Legende besagt, dass die Person, die 1000 Kraniche gefaltet hat, von den Göttern einen Wunsch erfüllt bekommt. Die leukämiekranke Sadako wünschte sich gesund zu werden und faltete 644 Kraniche, bevor sie starb. Ihre Freunde falteten in ihrem Gedenken weiter. „Seitdem ist der Origamikranich zu einem Friedenssymbol geworden, und wir möchten diese Tradition in Gedenken an alle Kriegsopfer fortführen“, erläutert Malachowski-Cremer.

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Auf dem Burgplatz fand er einige Mitfalter. Unter ihnen Sabrina und Pascal aus Mettmann. Sie feierten in Düsseldorf ihren Hochzeitstag. „Durch die Kranich-Aktion ist unser Hochzeitstag zu etwas Besonderem geworden“, verrät Sabrina. „Die Aktion ist super; generell ist alles super, was auf die Problematik von Atomwaffen aufmerksam macht.“

Angesichts der Drohungen Wladimir Putins, im Ukraine-Krieg auch Atomwaffen einzusetzen, macht sich Pascal zwar Gedanken, aber keine Sorgen. „Ich traue Putin einen Atomschlag nicht zu“, meint der Mettmanner. „Putin will die Größe der alten Sowjetunion wieder herstellen und Macht über Menschen haben. Ein Atomschlag würde uns alle in die Hölle blasen und niemanden übrig lassen. Aber wenn es keine Menschen mehr gibt, kann Putin auch keine Macht über sie haben.“

Auch um auf die noch immer vorhandenen Atomwaffen-Arsenale aufmerksam zu machen, faltet Malachowski-Cremer Origamikraniche. „2004 bin ich auf die Geschichte von Sadako Sasaki gestoßen und habe das als Inspiration genommen“, so der Friedensaktivist. „Ich habe schon mit Blinden, mit Alkoholikern und Behinderten gefaltet. Und ich habe 300 Kraniche von Hiroshima-Überlebenden bekommen.“

Seine Kraniche schickt er übrigens nach Japan, wo sie das Grab von Sasaki verschönern sollen.