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Düsseldorf: Bürger wollen mehr Kontrollen am Rheinufer

Anwohner beklagen Lärm : Bürger wollen mehr Kontrollen am Düsseldorfer Rheinufer

Raser, Dreck, Drogen, Lärm, zu viele Events, dafür zu wenig Präsenz von Polizei und städtischem Ordnungsdienst: Zwischen Ratinger Straße und Apollo-Theater in Düsseldorf sind viele Bürger sauer und besorgt über die weitere Entwicklung ihrer Wohnquartiere.

Angst um ihre beiden Kinder hat Saja T. "Illegale Autorennen genau dann, wenn keine Schule ist, Dreck und Scherben an jeder Ecke, man traut sich kaum noch, den Nachwuchs alleine vor die Tür zu lassen", sagt die Mutter am Mittwoch bei der Mobilen Redaktion und trifft damit einen Nerv. Dieter Mauermann denkt noch weiter. "Diese Raser können mangels ausreichender Kontrollen jederzeit in sensible Bereich fahren, auch bei Großveranstaltungen ist das so." Nach Anschlägen wie in Barcelona findet er das "unverantwortlich".

Entsprechend deutlich fallen die Zwischenrufe aus, als der Vorsitzende des Ordnungs- und Verkehrsausschusses Martin Volkenrath (SPD) sagt, die Polizei habe ihm "nicht bestätigen können, dass hier Rennen gefahren werden". Überhaupt wirbt der Politiker um Verständnis dafür, dass das Herz von Düsseldorf nun mal kein Ort wie jeder anderer ist. "Wir leben als Metropole und sind auch ein bisschen stolz, wenn eine Millionen Menschen zum Karneval kommen." Es sei halt ein Unterschied, ob man in Angermund oder eben in der Altstadt wohne. Jürgen Droop, der an der Ritterstraße lebt, schüttelt mit dem Kopf. "Wir werden von immer mehr Veranstaltungen inzwischen regelrecht erdrückt. Wenn das mit der Altstadt so weiter geht, kann man hier nur noch wegziehen", sagt er.

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Auch FDP-Fontfrau Marie-Agnes Strack-Zimmermann fährt Volkenrath in die Parade. "Das sind nicht die Sorgen von Nörglern, die sonst nichts zu tun haben", sagt sie. Tatsache sei, dass das Publikum mittlerweile "unterste Kiste" sei, und dass hier mit "mindestens 80 oder 90 Stundenkilometern entlang gerast wird". Zumindest beim Kirmes-Feuerwerk gehöre das Rathausufer "zugemacht". Ohnehin ist die bessere Regulierung des Verkehrs ein großes Anliegen der Anwohner. Tenor: Man müsse dauerhaft Zufahrtsbeschränkungen einführen, wie sie in Oberkassel zur Kirmes gelten. Nadine Gaida, die mit Sohn Henry gekommen war, berichtet, dass die Poller an der Berger Allee immer wieder entfernt würden. "Kinder kann man da nicht mehr guten Gewissens spielen lassen."

Der ehemalige Oberstadtdirektor Peter Hölz hält sich normalerweise mit Äußerungen zur Stadtverwaltung zurück. Jetzt macht er eine Ausnahme, da er selbst an der Schulstraße wohnt und immer wieder miterlebt, was an Hetjens- und Filmmuseum in den Wochenendnächten los ist. "Da sitzen schwer Betrunkene auf den Stufen und benehmen sich daneben." Mehrfach habe er die Polizei gerufen. Zuletzt hätte sich eine Gruppe von Männern einen Spaß daraus gemacht, an den dort parkenden Autos die Spiegel abzutreten. Hölz meint wie viele andere RP-Leser, dass nur verstärkte Kontrollen des Ordnungsdienstes für eine Besserung der Situation sorgen können. "Und wir sollten verstärkt mobile Pissoirs aufstellen, um die Situation wenigstens abzumildern", meint Bezirksbürgermeisterin Marina Spillner.

Der Familie von Peter Kampes gehört der Goldene Ring am Burgplatz, die Familie lebt seit 150 Jahren in der Altstadt. Er berichtet von zunehmender Verrohung in den letzten drei bis vier Jahren. Ganze Gruppen würden am Wochenende die Freitreppe am Burgplatz okkupieren und nachts vor den Schlossturm und in Hauseingänge urinieren und Schlimmeres. Es würden Fenster und Lampen eingeschlagen. "Bei den Kontrollen heißt es: Fehlanzeige." Überhaupt sei der Lärm unerträglich, findet auch Peter Rathert, der an der Pegeluhr wohnt. Selbst Ohrstöpsel würden nicht mehr helfen. Heinz-Richard Heinemann, der in Höhe Reuterkaserne wohnt, beklagt die Vielzahl der Events, "die oft eben nicht die Düsseldorfer anziehen". Gegen den vielen Parksuchverkehr könnte eine Parkgebühr rund um die Uhr helfen. "Dann hätten die Anwohner Parkplätze und die Gäste gingen in die Parkhäuser."

(ujr)