Düsseldorf-Altstadt: Bunte Narrenkappen und Uniformen aus Bademänteln

Altstadt/Benrath : Bunte Narrenkappen und Uniformen aus Bademänteln

Zum zweiten Mal veranstalteten die Benrather Schlossnarren einen Kostümtrödel im Henkelsaal.Besonders beliebt waren die individuellen Kostüme der Hobby-Schneider.

Karnevalsschmuck aus Fimo-Knetmasse, alte Orden von längst vergangenen Sessionen oder klassische Kostüme zum Trödelpreis – bunter könnte die Auswahl kaum sein, die die Verkäufer beim Kostümflohmarkt im Henkelsaal anbieten. Zum zweiten Mal haben die Benrather Schlossnarren zum Karnevalströdel eingeladen, weil die Premiere im vergangenen Jahr so ein großer Erfolg war. „Etwas Vergleichbares gab es in der Form in Düsseldorf ja vorher noch nicht“, sagt Organisatorin Ellen Loth. „Trotzdem sind wir überrascht, wie viele Besucher wiedergekommen sind.“

Tatsächlich herrscht zwischenzeitlich sogar richtiges Gedränge um die Verkaufstische, an denen sich auch das Düsseldorfer Prinzenpaar Axel I. und seine Venetia Jula blicken lassen. Rund 50 Aussteller haben sich diesmal für den Karnevalströdel angemeldet. „Der Großteil sind natürlich Kostümhändler oder Vereine und Tanzgarden, die ihren Fundus verkleinern wollen. Aber auch viele Privatleute sind unter den Verkäufern“, sagt Schlossnarren-Präsident Jochen Scharf.

Besonders selbst gemachte Kostüme stehen diesmal bei den inte­ressierten Jecken hoch im Kurs. Elisabeth Ehser-Mockel etwa gestaltet wunderbar bunte Narrenkappen aus allen möglichen Stoffen. „Ich liebe es, dass man dabei so unheimlich kreativ sein kann. Jede Kappe ist ein Unikat“, sagt die Erftstädterin, die die Schneiderei lediglich als Hobby betreibt.

Der besondere Moment sei jedes Mal das „verstürzen“ der Kappe, wenn also ihr Innerstes nach außen gestülpt wird und der karnevalistische Kopfschmuck seine finale Form annimmt. „Dann sehe ich erst, ob die Kappe schön oder so gar nicht nach meinem Geschmack geworden ist.“ Auch Colette Borchardt hat sich mit der Hobby-Schneiderei einen kleinen Traum erfüllt. Ein paar Tische weiter bietet sie selbst gestalte Gardemäntel aus alten Morgenmänteln an. Vier Stunden braucht sie circa für einen Mantel, neben ihrem Hauptberuf gestaltete sie die Mäntel in einem Atelier in Pulheim. „Schon als Kind fand ich die Uniformen der Karnevalsgesellschaften so schön und hätte sie gerne selbst getragen. Aber als Nichtmitglied darf man so etwas ja nicht“, sagt Colette Borchardt. Seitdem macht sie sich ihre persönliche Gardeuniform einfach selbst – in diesem Jahr etwa türkisfarben und mit 4711-Motiv. Ein Kölner Motiv von einer Kölnerin.