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Altstadt: Bronzetafel vom Stadthaus verschwunden

Altstadt : Bronzetafel vom Stadthaus verschwunden

Stadtführer Thomas Bernhardt vermisst das Schild, das dort an die alte Sternwarte erinnerte.

Der Historiker Thomas Bernhardt von der Geschichtswerkstatt führt regelmäßig Besuchergruppen durch die Altstadt, um ihnen Düsseldorfer Geschichte näher zu bringen. Eine beliebte Station ist das Stadthaus an der Mühlenstraße. Dort berichtet Bernhardt vor allem jungen Leuten gern von der Düsseldorfer Sternwarte. Diese hatte zu ihren besten Zeiten einmal Weltgeltung. Gegründet wurde die Sternwarte von dem aus dem Örtchen Schöller bei Wuppertal stammenden Forscher Johann Friedrich Benzenberg. Ihre Anfänge lagen bei den damaligen Jesuiten an der Andreaskirche, eben im heutigen Stadthaus. Später zog die Forschungsstätte nach Bilk. Sogar ein Asteroid wurde 1967 nach den Düsseldorfer Sternenforschern benannt: "Bilk 4425". Erst im Zweiten Weltkrieg fand die Einrichtung nahe der Kirche Alt St. Martin durch Bombenabwurf ihr Ende.

Jetzt ist die Bronzetafel am Stadthaus, die an die Anfänge der Sternwarte erinnerte, verschwunden. Das hat Bernhardt kurz vor Weihnachten festgestellt, als er mit einer Gruppe von Bilkern Schülern dort Station machte. Warum die Tafel verschwunden ist, weiß Bernhardt schon: Das Stadthaus, ehemaliges Domizil der Jesuiten, wird derzeit grundlegend saniert. In dem denkmalgeschützten Komplex aus dem 17. Jahrhundert zieht das Nobel-Hotel "De Medici" ein. Die Eröffnung ist für Mai geplant. Ende des Jahres soll auch wieder die Mahn- und Gedenkstätte an ihren alten Sitz im Stadthaus zurückkehren. Das städtische Institut war für die Zeit der Sanierung und des Hotelbaus in einem Gebäude gegenüber untergebracht. Dass die Bronzetafel währenddessen abgenommen wurde, macht Bernhardt keine Sorgen. "Ich hoffe aber, dass sie nun nach der Fassadenrenovierung bald wieder an ihren alten Platz zurückkehrt." Laut Bernhardt hat es nämlich in der Vergangenheit durchaus Fälle gegeben, bei denen denkmalgeschützte Dinge aus dem Düsseldorfer Straßenbild spurlos verschwunden seien: "Etwa die alte Mosaikuhr am Benrather Carree." Die musste wegen eines Neubaus weichen. "Heute weiß keiner mehr, wo sie geblieben ist."

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Bastian Fleermann, Leiter der Mahn- und Gedenkstätte, ist da etwas gelassener. "Da befanden sich noch mehr Tafeln an der Fassade, unter anderem auch der Hinweis auf unsere Einrichtung sowie die NS-Vergangenheit des Gebäudes." Im Stadthaus war 1933 und 1934 die Düsseldorfer Gestapo einquartiert. Fleermann gibt sich zuversichtlich, dass alle Tafeln bis zur Wiedereröffnung der historischen Forschungsstätte Ende 2014 "wieder am Platz sind".

Bei der Stadt war zum Jahreswechsel nichts über den Verbleib der Tafel zu erfahren.

(RP)